29. Januar 2016

Dagmar Ensch-Engel: Klage auf Abschaltung von Cattenom gefordert

Die Städteregion Aachen wird gegen den Weiterbetrieb des maroden Atomkraftwerkes Tihange in Belgien klagen. Laut Berichterstattung der Aachener Zeitung hätte eine juristische Prüfung zweier Anwaltskanzleien hierfür mehrere Optionen ergeben. „Die Aachener Bürger sind sehr um ihre Sicherheit besorgt und verweisen dabei stets auf die Nähe des Kraftwerkes zur Deutschen Grenze", so Dagmar Ensch-Engel, umweltpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Saarländischen Landtag, "Tihange ist 65 Kilometer von Deutschland entfernt, Cattenom zur saarländischen Grenze dagegen nur zwölf Kilometer." Der Schrottmeiler Cattenom habe in den letzten Jahren eine traurige Berühmtheit durch ein hohes Störfallaufkommen erlangt, sowie auch die Meldungen der französischen Atomaufsicht, die ebenfalls die Sicherheit des Kraftwerkes bemängelt habe. Ensch-Engel weiter: "DIE LINKE fordert seit Jahren die Abschaltung von Cattenom. Leider wurde diese Forderung stets mit dem Hinweis auf die nationale Souveränität des Nachbarlandes abgebügelt. Alle halbherzigen Interventionsversuche sind immer im Sande verlaufen. Der Betreiber von Cattenom hat sogar, anstatt eine Abschaltung einzuleiten, eine Laufzeitverlängerung von weiteren 30 Jahren angedacht." DIE LINKE begrüßt es sehr, dass endlich eine Region reagiert und sich zur Klage entscheidet. Ensch-Engel dazu: „Dies sollte Anlass für unsere Landesregierung sein, federführend und gemeinsam mit den Kommunen ähnlich dem Aachener Modell gerichtliche Schritte zu prüfen und ebenfalls Klage einzureichen. Es wäre fahrlässig, weiterhin tatenlos die Risiken für die Bevölkerung, die vom Atomkraftwerk Cattenom ausgehen, hinzunehmen. Deshalb fordere ich Frau Kramp Karrenbauer auf, dem Vorbild der Region Aachen zu folgen, die Problematik um Cattenom zur Chefsache zu machen und einen weiteren Vorstoß zur Abschaltung zu starten."