26. Juni 2016

Ralf Georgi: Wissenschaftsbasierte Drogenpolitik statt Kriminalisierung

Die Linksfraktion im Saarländischen Landtag fordert aus Anlass des heutigen „Internationalen Tags gegen Drogenmissbrauch“ erneut eine  Drogenpolitik, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht. Der drogenpolitische Sprecher Ralf Georgi erklärt: "Die Politik der harten Verbote hat den Drogenkonsum ganz offensichtlich nicht verringert. Stattdessen wurden durch die Kriminalisierung auch sogenannter weicher Drogen wie Cannabis kriminelle Strukturen befördert. Auch der Bund Deutscher Kriminalbeamter hält ein weiter so wie bisher daher schon seit längerem nicht für zielführend. Wir brauchen eine konstruktive Debatte darüber, welche Politik aus gesundheitlichen Aspekten die sinnvollste ist, um Menschen vor echten Gefahren zu schützen. Diese Debatte darf nicht aus reiner Tradition oder aufgrund ideologischer Vorbehalte abgewürgt werden.

Für viele vor allem junge Menschen ist es überhaupt nicht nachvollziehbar, warum etwa Alkohol völlig legal zugänglich ist, Cannabis aber nicht. Hier hat die bisherige Politik ein Glaubwürdigkeits-Problem. Wenn Jugendliche das Gefühl haben, dass Verbote und Kriminalisierung willkürlich erfolgen, dann sind sie auch für Aufklärung über wirklich sehr gefährliche Substanzen schwerer zu erreichen. Längst sprechen sich Fachleute wie Richter, Polizisten, Ärzte oder Psychologen für eine liberalere Drogenpolitik aus. Wir müssen uns darüber sachlich, vorurteilsfrei und auf Grundlage wissenschaftlicher Fakten auseinandersetzen.“