29. März 2016

Prof. Heinz Bierbaum: Unverfrorene Arbeitgeber-Forderung nach längerer Lebensarbeitszeit

DIE LINKE im Saarländischen Landtag lehnt die erneuten Forderungen der deutschen Wirtschaft nach einer längeren Lebensarbeitszeit ab. Der wirtschafts- und arbeitsmarktpolitische Sprecher Prof. Heinz Bierbaum erklärt: „Es ist eine Unverfrorenheit, wenn Arbeitgeberpräsident Kramer behauptet, es bestünde eine ‚Verpflichtung, seine Leistungsfähigkeit zur Verfügung zu stellen, wenn man später eine staatliche Rente beziehen will‘. Sowenig wie die Lichter ausgegangen sind, als keine neuen Atomkraftwerke mehr gebaut wurden, so wenig wird das System zusammenbrechen, wenn die Menschen früher als mit 70 Jahren in Rente gehen. Längere Lebensarbeitszeit bedeutet immer eine versteckte Rentenkürzung, weil viele Menschen einfach gar nicht in der Lage sein werden, ihren Beruf so lange auszuüben.  Schon heute gehen die Deutschen im Schnitt deutlich vor Erreichen der Regelaltersgrenze in den verdienten Ruhestand, nämlich mit 64 Jahren. Und welcher Dachdecker wird noch mit 69 auf Dächer kraxeln können? Welche Krankenschwester noch mit 70 den Stress und anstrengenden Schichtdienst bewältigen können? Ihnen sollte Herr Kramer ehrlich sagen: Ich will Euch die Rente kürzen. Tatsächlich ignorieren die Wirtschaftsverbände auch völlig die steigende Produktivität. Was sich unser Rentensystem allerdings wirklich nicht mehr leisten kann, das sind der riesige Niedriglohnsektor und die wachsende prekäre Beschäftigung. “ DIE LINKE will zurück zur Rente mit 65 und zum Rentenniveau von 53 Prozent, damit der Lebensstandard im Alter gesichert werden kann. Außerdem sollten auch Selbstständige, Beamte und Politiker in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, um das solidarische Rentensystem zu stärken. Nötig sei zudem eine solidarische Mindestrente von 1.050 Euro netto.