31. Mai 2016

Dagmar Ensch-Engel: Neue Mängel im Pannenreaktor Cattenom gefährden die ganze Region – sofort abschalten

Nachdem die französische Atomaufsicht ASN zahlreiche neue Mängel am Atomkraftwerk Cattenom festgestellt hat, fordert die Linksfraktion im Saarländischen Landtag erneut die Abschaltung des AKW’s. Die umweltpolitische Sprecherin Dagmar Ensch-Engel erklärt: „Wenn das Pannenkraftwerk noch nicht einmal die Auflagen der eigenen französischen Aufsichtsbehörde erfüllt, ist das alles andere als eine vertrauensbildende Maßnahme.  Zumal Mängel in einem Atomkraftwerk deutlich dramatischere Auswirkungen haben können, als Mängel in einem Solarpark oder auf einem Bio-Bauernhof. Hier wird die Sicherheit der Menschen in der ganzen Region gefährdet. Es ist nicht hinnehmbar, dass es in einem Kernkraftwerk Alarmgeräte gibt, die das Personal im Ernstfall nicht hören kann und Kabel herumliegen, von denen niemand sagen kann, wohin sie führen und wofür sie gut sind. Eine solche hochgefährliche Anlage darf auch nicht betrieben werden, wenn die Krisenpläne veraltet sind. Es kann nicht wirklich beruhigen, dass derart gravierende Mängel erst jetzt aufgefallen sind. Deshalb muss im Sinne der Menschen in Lothringen, Luxemburg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland der Laden endlich dicht gemacht werden.“ Ensch-Engel erneuert die Forderung nach einem konkreten Verhandlungsangebot der deutschen Bundesregierung an die französischen Freunde. „Frankreich, Deutschland und Luxemburg sollten sich auf eine faire Lösung verständigen, die eine Finanzierung der Ersatzmaßnahmen und technische Maßnahmen beinhaltet, die nötig sind, um den durch die Stilllegung des Kernkraftwerks ausfallenden Strom zu ersetzen.“ Zu Sicherheitsmängeln und zum Schutz der saarländischen Bevölkerung bei einer Katastrophe im AKW Cattenom  hat Ensch-Engel auch mehrere Anfragen an die saarländische Landesregierung gestellt. Sie will etwa wissen, wie im Notfall die Alarmierung der Saarländer erfolgt, wie die grenzüberschreitende Zusammenarbeit und Alarmierung in diesem Fall geregelt ist, ob die saarländischen Behörden auf Landes- und kommunaler Ebene über sicherheitsrelevante Ereignisse informiert werden und welche Kosten dem Land für die Einsatzbereitschaft für den Katastrophenfall in Cattenom jährlich entstehen.