26. September 2016

Oskar Lafontaine: „Arbeit auf Abruf“ verbieten

Nachdem laut einer aktuellen Untersuchung des Deutschen Gewerkschaftsbundes bis zu 1,9 Millionen Beschäftigte und damit rund fünf Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland einer „Arbeit auf Abruf“ nachgehen müssen, erklärt Oskar Lafontaine: „Für die Betroffenen bedeutet dies: Kaum planbare Freizeit, unklares Einkommen und damit Unsicherheit und Abhängigkeit. Dies ist eine perfide Form moderner Ausbeutung und muss beendet werden. Die saarländische Landesregierung ist aufgefordert, sich auf Bundesebene dafür einzusetzen, dass die Zerstörung des Sozialstaates und die Öffnung des Arbeitsmarktes für die unterschiedlichsten Ausbeutungs-Instrumente zurückgenommen werden. Die ‚Deregulierungen‘ des Arbeitsmarktes sind eine Ursache für das Erstarken der Rechten in unserem Lande. Dagegen hilft kein verständnisvolles, unverbindliches Gerede, sondern spürbare soziale Verbesserungen und mehr Gerechtigkeit in der Arbeitswelt. Der von der Bundesregierung vorgelegte Gesetzesentwurf gegen den Missbrauch von Leiharbeit und Werkverträgen (‚Gesetz zur Änderung des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes‘) verstärkt eher die soziale Unsicherheit der prekär Beschäftigten und ist nicht geeignet, die soziale Situation der Betroffenen zu verbessern.“