19. Oktober 2017

Ralf Georgi: Drastisches Insektensterben muss Weckruf sein – Umkehr in Landwirtschaft und Verkehr nötig

Nachdem eine internationale Studie zum Ergebnis kommt, dass innerhalb der letzten Jahren die Zahl der Flug-Insekten um über 75 Prozent zurückgegangen ist, fordert DIE LINKE im Saarländischen Landtag erneut ein Umsteuern in Landwirtschaft und Verkehr. Der tierschutzpolitische Sprecher Ralf Georgi erklärt: „Wenn man bedenkt, dass die Untersuchungen für diese Studie Berichten zufolge in Naturschutzgebieten erfolgten, in Gebieten also, in denen die Natur noch größtenteils intakt sein sollte, muss man annehmen, dass die Lage außerhalb geschützter Ökosysteme noch gravierender ist. Rund 80 Prozent der wild wachsenden Pflanzen werden von Insekten bestäubt, etwa 60 Prozent aller Vogelarten ernährt sich von ihnen. So hat etwa der Bestand der Kiebitze zwischen 1990 und 2013 um 80 Prozent abgenommen, die Zahl der Braunkehlchen um 63 Prozent. Das Überleben der Insekten ist also auch für uns existenziell.  Es ist daher dringend notwendig, weiter nach den genauen Ursachen zu forschen. Experten gehen bislang davon aus, dass Stickstoffverbindungen – etwa aus Düngemitteln und Pestiziden aber auch durch Auto-Abgase und dem Ausstoß mancher Fabriken – die Ursache für das Insektensterben sind. Deshalb muss hier dringend etwas geschehen. Es muss Schluss sein mit dem allgegenwärtigen Einsatz von Pestiziden, mit Überdüngung und eine industrielle Landwirtschaft, die auf Monokulturen statt auf Artenvielfalt setzt.“