23. Mai 2018

Dagmar Ensch-Engel: Radon-Aktionsplan mit Radon-Kataster und Radon-Informationsstelle notwendig

Aufgrund der gestrigen Anhörung eines Mediziners im Ausschuss für Grubensicherheit und Nachbergbau zu möglichen Gefahren von Radon für die Bevölkerung im Zuge des geplanten Grubenwasseranstiegs fordert die umweltpolitische Sprecherin der Linksfraktion im saarländischen Landtag, Dagmar Ensch-Engel, die Landesregierung auf, einen detaillierten Radon-Aktionsplan vorzulegen: „Wir brauchen individuelle Radon-Messungen sowie ein Radon-Kataster, ebenso eine Radon-Informationsstelle wie in Rheinland-Pfalz, um der Bevölkerung Informationen zum Thema Radon zentral zur Verfügung zu stellen. Die Größe der Gasvorkommen ist nicht genau erforscht,  es fehlt an Datenmaterial. Hier sehen wir ebenso Handlungsbedarf. Energiesparendes Bauen mit komplett dichter Außenhülle der Häuser ist möglicherweise kontraproduktiv zur Radon-Problematik, daher dürfte eine neue Bau- und Belüftungstechnik notwendig sein, nicht nur in Kellerräumen.  All dies muss geklärt werden. Das krebserregende Radon wurde bisher bei den Betrachtungen im Zuge des geplanten Grubenwasseranstiegs völlig unterschätzt“, zeigt sich Ensch-Engel überzeugt. Der Sachverständige Müller hatte eindringlich darauf hingewiesen, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen den bisherigen Gasaustritts-Stellen und den Lungenkrebs-Erkrankungszahlen, die im Saarland bundesweit mit am höchsten sind. Dieses Gas hält sich nicht an Gesetze, Verordnungen, Gutachten oder Prognosen, mit der Flutung wird dieses Gas nach oben gepresst und sucht sich bisher nicht übliche Austrittswege. Radon kann in das Grundwasser, in Keller, Rohrleitungen, Höhlen, Bergwerke und Wasserversorgungsanlagen eindringen. Über Undichtigkeiten in der Bodenplatte und den erdberührenden Wänden könne  Radon in Häuser eindringen und sich dort anreichern, über Treppenaufgänge, Kabelkanäle und Versorgungsschächte und durch Geschossdecken in höher gelegene Räume des Hauses ausbreiten. Müller forderte die Nicht-Genehmigung dieses „Experiments, welches in dieser Dimension weltweit einmalig sein dürfte.“