30. Mai 2018

Jochen Flackus: Landesregierung muss Reaktivierung und Ausbau grenzüberschreitender Bahnstrecken angehen

DIE LINKE im Saarländischen Landtag fordert die Landesregierung auf, die Reaktivierung und den Ausbau grenzüberschreitender Bahnstrecken anzugehen und sich auf Bundes- und auf europäischer Ebene für entsprechende Fördermittel stark zu machen. „Während Baden-Württemberg für den Wiederaufbau der Bahnverbindung Freiburg-Colmar kämpft, hat die saarländische Wirtschafts- und Verkehrsministerin keinerlei Pläne für den Neubau oder die Reaktivierung von Bahnstrecken – so fällt das Saarland weiter zurück“, sagt Jochen Flackus, der parlamentarische Geschäftsführer der Linksfraktion. „Einerseits groß von Frankreich-Strategie reden, andererseits keine Verbesserung der Verkehrsanbindung zwischen Lothringen und dem Saarland auf den Weg bringen zu wollen, das passt nicht zusammen. Ein Ausbau der Strecke Dillingen-Bouzonville etwa würde zwar Geld kosten – Experten rechnen auf deutscher Seite insgesamt mit Kosten von rund 25 Millionen Euro – würde aber den Personen- wie den Güterverkehr in der Region deutlich stärken und könnte durch EU und den Bund gefördert werden - wenn die Regierung sich denn darum bemüht und für den Ausbau wirbt. Eine Elektrifizierung der Strecke würde den teuren Wechsel von Lokomotiven und das Fahren mit Dieseltriebwagen unnötig machen. Wenn die Niedtalbahn grenzüberschreitend mit modernster digitaler Stellwerkstechnik ausgerüstet wird, könnte der Aufwand für die Betriebsführung auf deutscher wie auf französischer Seite erheblich verringert werden. Wenn dann noch eine zusätzliche Mosel-Brücke östlich von Thionville errichtet würde, wie es der Verkehrsclub Deutschland (VCD) vorschlägt, könnte die Fahrzeit nach Luxemburg um bis zu 25 Minuten reduziert werden und eine neue attraktive Verbindung für die vielen Pendler entstehen, immerhin pendeln über 8000 Saarländer regelmäßig nach Luxemburg. Auch für den Güterverkehr wäre diese Strecke lohnend. Eine vorausschauende Verkehrsplanung für das Saarland darf die Chancen des grenzüberschreitenden Verkehrs nicht übersehen.“