20. Februar 2014

Astrid Schramm: Nazi-Vergangenheit der Saarpolitik muss aufgearbeitet werden

Mit Unverständnis hat die Landtagsabgeordnete und Landesvorsitzende der LINKEN Saar, Astrid Schramm, auf die Veröffentlichung „Echolot, Historische Beiträge des Landesarchivs Saarbrücken, Band 12, Last aus tausend Jahren“, die in der Verantwortung der saarländischen Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer erarbeitet wurde, reagiert. Dieses Buch, das 2013 erschienen ist, behandelt die NS- Verstrickung verschiedener Saarländerinnen und Saarländer, darunter die von Juristen, Ärzten und Sportlern. Obwohl die Linke im März 2013 eine Broschüre „Braune Spuren im Saar-Landtag – Die NS-Vergangenheit saarländischer Abgeordneter“ veröffentlicht hat, wird in dem Buch des Landesarchivs die Saarpolitik komplett ausgespart. Schramm: „Offensichtlich ist es der Ministerpräsidentin peinlich, dass in der CDU-Fraktion der Wahlperiode 1956 bis 1961 mehr als die Hälfte der Abgeordneten NSDAP- Mitglieder waren und dass die CDU-Fraktion zeitweilig von dem Kriegsverbrecher Erwin Albrecht geführt wurde, der als Richter in der NS-Zeit zahlreiche Todesurteile verhängte. Unter anderem wurde auf sein Urteil hin die Operettensängerin Marianne Golz-Goldlust enthauptet, weil sie Juden bei der Flucht vor der Deportation geholfen hatte. Der Versuch der Ministerpräsidentin und Landesvorsitzenden der Saar- CDU Kramp-Karrenbauer, die braune Vergangenheit ihrer Partei unter den Teppich zu kehren, ist nicht länger hinnehmbar. Ich fordere die Ministerpräsidentin auf darauf hinzuwirken, dass in den historischen Beiträgen des Landesarchivs Saarbrücken demnächst ein Band erscheint, in dem die Verstrickung saarländischer Politikerinnen und Politiker in das NS-System umfänglich offengelegt und aufgearbeitet wird.“

Quelle: http://www.linksfraktion-saarland.de/nc/presse/pressemitteilungen/detail/artikel/astrid-schramm-nazi-vergangenheit-der-saarpolitik-muss-aufgearbeitet-werden/