14. Januar 2019

Astrid Schramm: Unprofessioneller Umgang der Landesregierung mit einer der Spitzenpositionen in der saarländischen Kulturlandschaft

Nachdem die Landesregierung den Vertrag des Direktors des Weltkulturerbes Völklinger Hütte, Meinrad Maria Grewenig, nach 19 Jahren offenbar nicht verlängern will, erklärt Astrid Schramm, die kulturpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Saarländischen Landtag: „Wie diese Landesregierung mit Kulturschaffenden und Veranstaltern umgeht, ist schon sehr ernüchternd. Nach der Ballettchefin Donlon, dem Gründer der Musikfestspiele, Prof. Leonardy, und Festivalmacher Thilo Ziegler („Colors of Pop“) ist nun also Grewenig dem Kulturminister nicht mehr gut genug. Dass Commercon ihm nach 19 Jahren nun das Gehalt kürzen wollte klingt – bei allen verständlichen Diskussionen um Spitzeneinkommen in der Landesverwaltung – wenig überzeugend und auch angesichts von rund 230.000 Besuchern im vergangenen Jahr und sehr erfolgreichen Veranstaltungen wie der UrbanArt Biennale kaum verständlich. Wie die Landesregierung mit der Besetzung einer der Spitzenpositionen in der saarländischen Kulturlandschaft umgeht, ist wenig professionell. Seit mehr als zwei Jahren liegt das Angebot Grewenigs, zu denselben Bedingungen weiterzuarbeiten, vor. Trotzdem hat der Kulturminister bis jetzt gewartet und offenbar auch keinen Plan B. Angesichts der öffentlichen Mittel, die für die Völklinger Hütte zu Recht ausgegeben werden, können die Saarländerinnen und Saarländer schon erwarten, dass der Direktor-Posten dieses Aushängeschilds von einer Person besetzt wird, die ausreichend Erfahrung und Kompetenz mitbringt, um der Völklinger Hütte auch künftig bundesweite Aufmerksamkeit zu sichern. Es muss sichergestellt werden, dass ab Sommer die Position mit dem bestmöglichen Kandidaten oder der bestmöglichen Kandidatin besetzt ist. Und dafür wäre es gut, wenn die Landesregierung ein stimmiges Konzept zur Weiterentwicklung der Industriekultur hätte, das aus mehr als einem ‚Weiter so‘ besteht und auf dessen Grundlage eine Bewerberauswahl erfolgen könnte.“