4. April 2018

Barbara Spaniol: Sofortprogramm gegen Unterrichtsausfall an Grundschulen nötig – Alarmsignale von Lehrern und Eltern endlich ernst nehmen

DIE LINKE im Saarländischen Landtag fordert angesichts des massiven Unterrichtsausfalls an verschiedenen Grundschulen eine deutliche Aufstockung der „Lehrerfeuerwehr“ und mehr Personal an den Schulen. Die bildungspolitische Sprecherin Barbara Spaniol erklärt: „Die Eltern beschweren sich völlig zu Recht, dass an zwei Grundschulen der Lehrstoff nicht mehr wie im Lehrplan vorgesehen erfüllt werden kann und Veranstaltungen wie Projektwochen und Schulfeste abgesagt werden müssen. Die Grippewelle ist hierfür allein keine Entschuldigung, sondern offenbart das strukturelle Problem an unseren Schulen, nämlich den Personalmangel. Es kommt immer wieder vor, dass Lehrerinnen und Lehrer aufgrund von Schwangerschaft, Unfällen oder Krankheit für einen längeren Zeitraum ausfallen. Und genau dafür braucht es ausreichend Lehrkräfte an den Schulen selbst, um bei Bedarf einspringen zu können – das war in den betroffenen Schulen aufgrund der knappen Personalisierung  schon nicht mehr möglich – oder eine gut personalisierte Lehrerfeuerwehr, die aber in diesen Fällen ebenfalls wohl nicht zur Verfügung stand. Der Bildungsminister darf diesen strukturellen Mangel nicht länger schönreden, gerade angesichts der Vielzahl an Brandbriefen von Lehrerinnen und Lehrern sowie Eltern von Grund- und Gemeinschaftsschulen.“

Die Landesregierung hatte erst im Juni letzten Jahres auf eine Anfrage Spaniols erklärt: „An den allgemeinbildenden Schulen gibt es keinen strukturellen Unterrichtsausfall… Unterrichtsausfall wegen der Erkrankung von Lehrkräften, Fortbildung, Beurlaubung oder aus sonstigen Gründen wird nicht erhoben. Da die Grundschule als verlässliche Schule Unterricht bis zum Ende der fünften Unterrichtsstunde gewährleistet, ist davon auszugehen, dass nur in absoluten Ausnahmefällen wie  bspw. wenn in Folge einer Grippewelle eine Vielzahl von Lehrkräften einer Schule erkrankt ist, Kinder vorzeitig nach Hause gehen dürfen.“ (Drucksache 16/24). „Grippewellen gab es in früheren Jahren auch, ohne dass deshalb gleich derart massiv Unterricht und Schulveranstaltungen ausfallen mussten“, so Spaniol weiter. „Es ist kein Zufall, dass der höhere Krankenstand durch die Grippe beispielsweise die Produktion bei Ford in Saarlouis kaum gestört hat, an den Schulen aber zu Ausfällen führt. Dies ist die Folge einer verfehlten Kürzungspolitik.“