13. März 2018

Barbara Spaniol: Urteil des Bundesgerichtshofs zur Anrede in Formularen ist bedauerlich

„Es ist unverständlich, dass Frauen, die bekanntlich die Mehrheit der Bevölkerung ausmachen, auch weiterhin in männlicher Form angeredet werden dürfen. Die Richter hätten vielleicht anders entschieden, wenn das Gegenteil üblich wäre und männliche Kunden als ‚Kundin‘ angesprochen würden.“ Mit diesen Worten reagiert Barbara Spaniol, die frauenpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Saarländischen Landtag und stellvertretende Landesvorsitzende der Saar-Linken auf das Urteil des Bundesgerichthofes. Geklagt hatte die saarländische Politikerin der LINKEN Marlies Krämer. „Wenn in offiziellen Schreiben an einen männlichen Richter nur die Formulierung ‚Richterin‘ auftauchen würde, wäre der Aufschrei wahrscheinlich groß“, so Spaniol. „Natürlich ist die Frage der Anrede nur ein Detail und eine geschlechtsspezifische Form würde allein nicht auf einen Schlag zur völligen Gleichstellung von Mann und Frau führen. Es wäre aber ein wichtiges Zeichen für Geschlechtergerechtigkeit, damit sich Frauen auch sprachlich nicht länger den Männern unterordnen müssen. Etwas mehr Sensibilität für die Sprache und die dahinter liegenden Machtstrukturen wäre angebracht.“