27. November 2014

Dagmar Ensch-Engel: Tatsächliche Wertschöpfung von Windkraftanlagen bisher nicht belegt

Zur aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, wonach das Saarland bei der Nutzung Erneuerbarer Energien in den letzten zwei Jahren bundesweit auf den vorletzten Platz zurückgefallen ist, erklärt Dagmar Ensch-Engel, umwelt- und energiepolitische Sprecherin der Linksfraktion im Saarländischen Landtag: „Tatsache ist, dass durch die mangelhafte Einbindung der Bürgerinnen und Bürger in die Standortbestimmung von Windrädern die Akzeptanz zum Umbau der Energielandschaft stark gesunken ist. Hinzu kommt, dass die Energiewende und die damit einhergehende Subventionspolitik - die maßgeblich die Art der erneuerbaren Energieart bestimmt, und nicht etwa die Effizienz oder deren Sinnhaftigkeit - einer Springprozession gleicht. ( Ein Schritt vor- zwei zurück) Als krasses Beispiel gilt hier die Förderung der Photovoltaik: es gab, wie jetzt auch für die Hersteller ersichtlich, keine Planungssicherheit mehr, und die Gewinne sind so stark gesunken, dass der ökologische Gedanke verloren gegangen ist.“ Dies sei ein Beispiel dafür, wie schlecht durchdacht die Energiewende sei. Ensch-Engel: „Als fatal sehe ich die nur noch geringe Förderung von solarthermischen Anlagen an. Diese waren und sind in der Anschaffung erschwinglich und können den Energiebedarf bei der Warmwasserbereitung bis zu 60% und bei Heizungsunterstützung zusätzlich um 30% reduzieren. Einsparungen, die dem Verbraucher direkt zu Gute kommen und die Energiekosten der Allgemeinheit nicht erhöhen.“ Das Beispiel Bayern zeige zudem, dass es auch ohne Verspargelung der Landschaft durch Windräder gehe. Zwar liege das Land auf der aktuellen Liste der Studie auf Platz eins, es sei aber offenkundig mit Solar und Biomasse Spitzenreiter geworden, so Ensch-Engel. Auch im Osten Deutschlands habe laut der Studie die Akzeptanz der Bevölkerung für Windkraft und für den Netzausbau nachgelassen. Baden-Württemberg sei ein weiteres Bundesland, das Solar und Biomasse nach wie vor der Windkraft den Vorrang gebe. Ensch-Engel weiter: „Die These der Grünen, dass Windkraft dem Saarland und seinen Kommunen kräftig Geld einbringe, ist nach wie vor nicht belegt worden. Die Landesregierung hat keinerlei Informationen über die bisherige tatsächliche Wertschöpfung hier im Saarland. Dies deutet darauf hin, dass die Erträge von Land und Kommunen auch nicht allzu riesig ausfallen dürften. Wir wollten die Diskussion über Windkraft versachlichen und haben dafür nachprüfbare Fakten eingefordert – diese kann oder will die Landesregierung aber nicht liefern. Statt Fakten gibt es nur Gefälligkeitsgutachten über eventuell mögliche Gewinnchancen. Das bringt uns nicht weiter. Selbst der Bundesverband WindEnergie e.V., der sicherlich nicht unter Verdacht steht, besonders gegen Windkraftanlagen zu hetzen, kommt in einer Studie zu dem Ergebnis: „Rund die Hälfte aller kommerziellen onshore-Windparks laufen so schlecht, dass deren Anleger froh sein können, wenn sie nach 20 Jahren ihr Kommanditkapital zurückbekommen haben.“

Quelle: http://www.linksfraktion-saarland.de/nc/presse/pressemitteilungen/detail/artikel/dagmar-ensch-engel-tatsaechliche-wertschoepfung-von-windkraftanlagen-bisher-nicht-belegt/