18. Dezember 2014

Prof. Heinz Bierbaum: Saar-Arbeitsmarkt bietet keinen Grund zu Jubel-Arien – öffentlichen Beschäftigungssektor schaffen

Zu den positiven Zukunftserwartungen der Regionaldirektion der Arbeitsagentur für den saarländischen Arbeitsmarkt erklärt der arbeitsmarktpolitische Sprecher der Linksfraktion im Landtag des Saarlandes, Prof. Heinz Bierbaum: „Es ist zu begrüßen, wenn neue sozialversicherungspflichtige Jobs im Land entstehen. Allerdings ist es verfrüht, jetzt in Jubelarien auszubrechen. Erstens ist Skepsis angebracht angesichts der unsicheren Situation der Weltwirtschaft – insbesondere was das für große Teile der Saar-Wirtschaft wichtige Export-Geschäft vor allem auch mit Russland angeht. Vor allem aber darf nicht vergessen werden, dass der saarländische Arbeitsmarkt zutiefst gespalten ist, mit einer Ausweitung von Leiharbeit, Minijobs, befristeter Beschäftigung und Niedriglohn und einer sich verfestigenden Zahl an Langzeitarbeitslosen. Das Problem wird noch weiter zunehmen, wenn der Notnagel Bürgerarbeit ausläuft. Die Bürgerarbeit hat zwar das Ziel verfehlt, Langzeitarbeitslose in Erwerbstätigkeit zu bringen und konnte keinen wirklichen Ausweg aus dem Hartz-IV-System bieten. Statt dieses Programm aber ersatzlos auslaufen zu lassen, sollte man aus den vielen Fehlern der Bürgerarbeit lernen und einen öffentlich geförderten Beschäftigungssektor aufbauen, der existenzsichernde, uneingeschränkt sozialversicherungspflichtige, unbefristete, freiwillige und tatsächlich zusätzliche Beschäftigungsverhältnisse bietet. Das was bisher an Nachfolge-Programmen geplant ist, kommt den Arbeitslosen ja nur sehr indirekt zugute, durch Zuschüsse an Beschäftigungs-Projekte. Das reicht nicht aus.“

Quelle: http://www.linksfraktion-saarland.de/nc/presse/pressemitteilungen/detail/artikel/prof-heinz-bierbaum-saar-arbeitsmarkt-bietet-keinen-grund-zu-jubel-arien-oeffentlichen-beschae/