4. August 2020

Oskar Lafontaine: Jedem dritten Arbeitnehmer droht Altersarmut – Mindestlohn erhöhen, Renten wie in Österreich

„Ein System, das zulässt, dass jeder dritte Arbeitnehmer im Alter eine Armutsrente erhält und auf Grundsicherung angewiesen ist, muss dringend überwunden werden.“ Mit diesen Worten reagiert Oskar Lafontaine auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage, nach der rund ein Drittel der heute sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Alter auf Grundsicherung angewiesen sein werden. Denn mehr als zehn Millionen Menschen verdienen weniger als 1991 Euro brutto im Monat, die nötig wären, um eine gesetzliche Rente oberhalb der Grundsicherung zu erhalten. „Diese Zahlen bestätigen: der Mindestlohn ist viel zu niedrig und muss auf 13 Euro die Stunde erhöht werden“, so Lafontaine. „Denn was nutzt eine gesetzliche Lohnuntergrenze, wenn die Betroffenen im Alter trotz jahrelanger harter Arbeit doch wieder auf staatliche Unterstützung angewiesen sind? Und wir brauchen Renten wie in Österreich, wo ein Durchschnitts-Rentner im Monat 800 Euro mehr im Monat erhält, auch weil dort alle einzahlen, auch Beamte, Politiker und Millionäre. Wenn heute jedem Dritten Altersarmut droht, dann ist das eine Folge einer jahrelang verfehlten Agenda-Politik, die die gesetzliche Rente zerstört und der Ausbeutung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern Tür und Tor geöffnet hat. Damit muss im Interesse der großen Mehrheit der Bevölkerung Schluss sein.“

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