26. September 2019

Barbara Spaniol: Bessere Bedingungen an Kitas und Kindergärten!

DIE LINKE im Saarländischen Landtag fordert bessere Arbeitsbedingungen für die Erzieherinnen und Erzieher im Saarland. „Dass landesweit viele Stellen nicht mehr besetzt werden können und Kitas deshalb Gruppen zusammenlegen oder Öffnungszeiten kürzen müssen, muss ein Weckruf sein“, sagt die bildungspolitische Sprecherin Barbara Spaniol. „Deshalb wäre es sinnvoll, einen größeren Teil der Bundesmittel aus dem sogenannten ‚Gute-Kita-Gesetz‘ für Qualitätsverbesserungen in den saarländischen Kitas einzusetzen, also für mehr Personal, mehr Zeit für die Beschäftigten zur Vor- und Nachbereitung und kleinere Gruppen. Genau das haben im Mai auch fast alle Experten und Verbände in der Anhörung im Bildungsausschuss zur Umsetzung dieses Gesetzes gefordert. Die Erzieherinnen und Erzieher sind am Limit. Weil Personal fehlt, schlagen Ausfallzeiten durch Krankheit, Urlaub, Fortbildung besonders ins Gewicht, so dass eine pädagogische Fachkraft deutlich mehr Kinder betreuen muss als in der Personalbemessung vorgesehen. Im Rahmen einer echten Qualitäts-Offensive muss auch die mittelbar pädagogische Zeit angerechnet werden - dafür braucht es klare gesetzliche Regelungen und verbindliche Standards.“ Es sei erfreulich, dass das Betreuungsverhältnis im Kindergartenbereich etwa im Bundesschnitt und im Krippenbereich sogar deutlich darüber liege. Dies dürfe aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass allgemein kleinere Gruppen nötig wären: „Denn in den vergangenen Jahren ist nicht nur die Zahl der Kinder in der Ganztagsbetreuung gestiegen, auch die Problemlagen sind vielfältiger geworden mit der Folge, dass für die pädagogischen Kräfte erheblich mehr Arbeit anfällt“, so Spaniol weiter. „Das muss sich auch in dem Betreuungsverhältnis zwischen Fachkräften und Kindern wiederfinden. Wenn inzwischen an verschiedenen Kita-Standorten mehr als die Hälfte der Kinder nicht Deutsch spricht und dazu noch viele Kinder mit besonderem Förderbedarf kommen, dann braucht es auch mehr Personal. Statt immer mehr Milliarden für Kriege und Rüstung auszugeben oder für Steuergeschenke für Superreiche, sollte deshalb mehr Geld für die Bildung und Betreuung unserer Kinder zur Verfügung gestellt werden. Mit einer gerechten Besteuerung von Millionen-Einkommen, -Vermögen und –Erbschaften wären die finanziellen Spielräume dafür da.“ Angesichts der Tatsache, dass es derzeit weiterhin völlig unklar ist, ob die Mittel aus dem „Gute-Kita-Gesetz“ auch wirklich nach 2022 fließen werden, also „entfristet“ werden, fordert Spaniol CDU und SPD im Land auf, auf Bundesebene auf eine nachhaltige Lösung zu dringen. DIE LINKE hat dieses Thema auch auf die Tagesordnung des Bildungsausschusses gesetzt.