25. Januar 2018

Astrid Schramm: Bürger müssen nicht „aufgehetzt“ werden, um Ende der Zwei-Klassen-Medizin zu fordern

„Die Bürgerinnen und Bürger brauchen niemanden, der sie ‚aufhetzt‘, um zu bemerken, dass gesetzlich Versicherte einige Leistungen nicht erhalten, die Privatpatienten erhalten, und oftmals länger auf einen Termin beim Facharzt warten müssen. Deutschland ist mittlerweile das einzige Land in Europa, das sich noch ein zweigeteiltes Krankenversicherungs-System leistet. Es wird höchste Zeit, diesen Unsinn zu beenden.“ Mit diesen Worten reagiert Astrid Schramm, die gesundheitspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Saarländischen Landtag, auf Äußerungen des Vorstandsvorsitzenden der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Saar, Dr. Gunter Hauptmann, Patienten seien in der Diskussion um eine „angebliche“ Zwei-Klassen-Medizin „aufgehetzt“ worden. „Die Zweiteilung unseres Gesundheitssystems ist eine traurige Realität. Für viele Junge und Gesunde mit gutem Einkommen mag die Privatversicherung erst einmal verlockender sein. Aber wenn sie älter werden und das Krankheitsrisiko steigt, dann erhöhen sich auch die Beiträge, was für Rentner dann auch existenzbedrohend werden kann. Privatversicherte sind oft auch überversorgt, weil Ärzte für ihre Behandlung jede Leistung gut bezahlt bekommen, egal ob sie sinnvoll ist oder nicht. Auch wenn sie sogar mehr Schaden als Nutzen bringt. Auch für diese Menschen ist die Zwei-Klassen-Medizin kein Segen. Gesundheit ist keine Ware. Jeder sollte im Krankheitsfall die Leistungen erhalten, die er braucht. Wenn alle in eine Versicherung einzahlen, dann ist das auch finanzierbar und würde für die Allermeisten zu niedrigeren Beiträgen führen.“