28. August 2018

Astrid Schramm: Niedriglohn, Leiharbeit und Befristungen sind mit Schuld an Fehltagen aufgrund psychischer Erkrankungen

Laut einer Untersuchung der Barmer-Versicherung waren die Menschen im Saarland im vergangenen Jahr deutlich häufiger wegen psychischer Erkrankungen krankgeschrieben als im Bundesschnitt. „Das liegt auch daran, dass es im Saarland besonders viele Menschen gibt, die mit prekären Beschäftigungsverhältnissen zurechtkommen müssen und von Armut bedroht sind“, so Astrid Schramm, die gesundheitspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Saarländischen Landtag. „Bei Menschen mit schmalem Geldbeutel gibt es eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass sie eine psychische Störung entwickeln als für finanziell abgesicherte Menschen. Und umgekehrt besteht für psychisch kranke Menschen leider auch eine höhere Wahrscheinlichkeit, arm zu werden als für gesunde Menschen. Wer über die Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen spricht, sollte daher auch von Niedriglöhnen, Leiharbeit, Minijobs, schlecht bezahlten Werkverträgen und Befristungen sprechen. Wer nicht weiß, wie er und seine Familie über die Runden kommen sollen oder sich von einer befristeten Beschäftigung zur nächsten hangeln muss, steht unter enormen Druck und dieser Druck kann krank machen. Mittlerweile geht bundesweit gut jeder fünfte Erwerbstätige (20,8 Prozent) einer atypischen Beschäftigung nach – etwa als Leiharbeiter, geringfügig oder befristet beschäftigt – da wächst auch die Zahl der Kranken.“ Neben einem besseren Angebot der Arbeitgeber für die Gesundheit der Beschäftigten müsse daher gegen prekäre und nicht existenzsichernde Jobs und Befristungen vorgegangen werden. „Ein Mindestlohn, der ohne Ausnahmen im Berufsleben und im Alter vor Armut schützt, ein Verbot von Leiharbeit und sachgrundlosen Befristungen, höhere Löhne und zukunftsfeste sichere Jobs wären auch wichtig für die Gesundheit der Beschäftigten“, so Schramm abschließend.