19. Oktober 2018

Astrid Schramm: Niemandem nützt in vier Jahren ein Masterplan Senioren, der nur ein Wünsch-Dir-Was beinhaltet – ältere Saarländer brauchen jetzt funktionierenden ÖPNV, gute Pflege und Sicherheit

„Ständig sitzt die Regierung wichtige Themen in immer neuen Arbeitsgruppen, Unterarbeitsgruppen und ‘Task Forces‘ aus. Jetzt verspricht sie einen Masterplan Senioren, der aber erst in vier Jahren vorliegen soll. Dabei soll dieser Masterplan wohl Themen beinhalten, die die Landesregierung schon längst hätte angehen müssen.“ Mit diesen Worten reagiert Astrid Schramm, die stellvertretende Vorsitzende und seniorenpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Saarländischen Landtag, auf die entsprechende Ankündigung von Ministerpräsident Hans bei der Jubiläumsveranstaltung „20 Jahre Landesseniorenbeirat Saarland“. Schramm weiter: „Mehr Mobilität über einen besser funktionierenden öffentlichen Nahverkehr ist zurzeit hochaktuell, weil die Verantwortlichen in Land, Kommunen und Verkehrsbetrieben jahrelang nur gekürzt und gestrichen und damit den ÖPNV für Beschäftigte wie für Fahrgäste immer unattraktiver gemacht haben. Angesichts des derzeitigen Bus-Chaos darf die Regierung hier nicht vier Jahre mit einer Lösung warten. Mehr Sicherheit zu Hause und auf der Straße wird mit immer weniger Polizisten nicht gelingen. Die Gewerkschaft der Polizei weist zu Recht darauf hin, dass in den nächsten beiden Jahren trotz eines leichten Anstiegs bei den Kommissarsanwärtern unterm Strich 110 Stellen bei der Polizei abgebaut werden, weil deutlich mehr Ältere in den Ruhestand gehen als Junge nachkommen. Auch hier darf die Regierung nicht vier Jahre weiter so machen wie bisher. Mehr Hilfen für Pflege ist ebenfalls wünschenswert, würde aber voraussetzen, dass Gesundheit nicht mehr wie eine Ware behandelt wird und wieder deutlich mehr in unser Gesundheitssystem investiert wird. Niemandem nützt in vier Jahren ein Masterplan Senioren, der nur ein Wünsch-Dir-Was beinhaltet. Die älteren Saarländerinnen und Saarländer – und nicht nur die - brauchen jetzt einen funktionierenden ÖPNV, gute Pflege mit ausreichend Pflegekräften und mehr Polizei.“