3. November 2020

Barbara Spaniol: Hin- und Her bei Maskenpflicht im Unterricht beenden – Vorbereitungen der Landesregierung für Regelbetrieb waren unzureichend

Die Linksfraktion im Saarländischen Landtag unterstützt die Bildungsministerin Chris­ti­ne Strei­chert-Cli­vot in ihrem Vorhaben, die Kontakte in Schulen und Kitas weiter zu reduzieren, indem kleinere Gruppen gebildet werden und mehr Personal zur Verfügung gestellt wird. „Oberstes Ziel muss es sein, die Schulen und Kitas offen zu halten, denn unter einer Schließung leiden vor allem die Kinder und Jugendlichen, die Unterstützungsbedarf haben und diejenigen aus einkommensschwachen Elternhäusern, die zuhause wenig Hilfe erhalten und sich keine privaten kostenpflichtigen Lernangebote leisten können“, sagt die bildungspolitische Sprecherin Barbara Spaniol. „Deshalb müssen aber auch die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, wiederkehrende Quarantäne-Zeiten möglichst gering zu halten. Wir könnten schon viel weiter sein, aber leider waren die Vorbereitungen für den Regelbetrieb unzureichend und nicht immer nachvollziehbar und klar. Zum Schulstart nach den Sommerferien hat die Landesregierung darauf bestanden, dass Schülerinnen, Schüler, Lehrerinnen und Lehrer nur außerhalb des Klassenzimmers einen Mund-Nasen-Schutz tragen müssen. Noch im September wollte das Bildungsministerium verhindern, dass Schulen eine Maskenpflicht im Unterricht einführen, man sah das Thema vom Tisch. Kurz vor Ende der Herbstferien wurde dann doch eine Maskenpflicht im Unterricht angeordnet, ab Klassenstufe zehn. Und eine Woche später soll diese Pflicht dann doch schon ab Klassenstufe fünf gelten. Dieses Hin- und Her schafft kein Vertrauen, sondern Verunsicherung. Schon vor dem Start in den Regelbetrieb nach den Sommerferien hätte deutlich mehr passieren müssen – vom Einbau von Luftfilteranlagen bis zur Sicherstellung eines Mindestabstands auch im Klassenzimmer durch größere Räume und kleinere Lerngruppen. Auch für einen Wechsel aus Präsenz- und Onlineunterricht, den die Lehrerverbände fordern, um Lerngruppen deutlich zu verkleinern, bräuchte es bessere Voraussetzungen. Denn die Erfahrungen mit Onlineunterricht im Frühjahr waren schlecht, die Schulen haben eine ‚große soziale Schere‘ beim Heim-Unterricht beklagt, es gibt keine landesweit einheitlichen verbindlichen Regelungen, es hat noch nicht einmal jede Lehrerin und jeder Lehrer eine berufliche E-Mail-Adresse. Es braucht also mehr Personal, kleinere Gruppen, bessere digitale Infrastruktur und klare Konzepte und Regeln.“