30. September 2020

Barbara Spaniol: Konzept für G9 an Gymnasien statt Rückgriff in die ideologische Mottenkiste

„Die CDU im Landtag führt offenbar längst überwundene Debatten, wenn sie nun plötzlich wieder Stimmung gegen eine ‚Einheitsschule‘ macht. Gemeinschaftsschule und Gymnasium sind auch durch Initiative der LINKEN seit neun Jahren in der Verfassung verankert. Zusammen mit den beruflichen Schulen gibt es damit drei Wege zum Abitur, zwei davon nach neun, einer nach acht Jahren. Und viele Schülerinnen und Schüler, Eltern, sowie Lehrerinnen und Lehrer wünschen sich auch am Gymnasium zumindest eine Wahlmöglichkeit für ein Abitur nach neun Jahren mit G9. Das ist eine Realität, die auch die Regierungspartei CDU zur Kenntnis nehmen sollte.“ Mit diesen Worten reagiert Barbara Spaniol, bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Saarländischen Landtag, auf die jüngsten Äußerungen der CDU im Landtag in der „Saarbrücker Zeitung“. „Es ist ja schön, dass nun auch die CDU ei­ner Ver­län­ge­rung der Schul­zeit an Gym­na­si­en nicht mehr völlig ablehnend gegenübersteht. Nur: Das alleine hilft niemandem. Deshalb ist es ernüchternd, dass die von der Regierung einberufene Expertenkommission das Thema G9 an Gymnasien noch immer nicht angesprochen hat. Jetzt wird zwar angekündigt, dass Ende Oktober diesmal wirklich darüber geredet werden soll, aber ähnliche Ankündigungen gab es schon oft. Wer regiert, der ist auch in der Verantwortung. Deshalb muss die Landesregierung nun ein Gesamtkonzept für G9 vorlegen, das auch die Wahlmöglichkeit für G9 an Gymnasien, zum Beispiel in jedem Landkreis, beinhaltet, wie das in anderen Bundesländern längst möglich ist.“ Um eine echte Augenhöhe zu den Gymnasien herzustellen, bräuchten die Gemeinschaftsschulen außerdem kleinere Klassen und mehr Personal. „Statt mit dem Blick zurück zu argumentieren, sollten lieber die wirklich inklusiven Schulformen gestärkt werden, die besonders große Herausforderungen meistern müssen, weil dort viele Kinder und Jugendliche aus einkommensschwachen Elternhäusern, mit stärkerem Förderbedarf oder mit unzureichenden deutschen Sprachkenntnissen sind.“           

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