5. November 2019

Barbara Spaniol und Jochen Flackus: Digitalisierung der Schulen im Saarland ist noch ein weiter Weg

Die Linksfraktion im Saarländischen Landtag sieht Ausbaubedarf bei der Digitalisierung der Schulen im Land und der Nutzung digitaler Medien im Unterricht. Eine große Anfrage der Fraktion hatte ergeben, dass derzeit nur in rund einem Drittel (33,7 Prozent) aller Funktions- und Unterrichtsräume WLAN verfügbar ist. Außerdem hat die überwiegende Mehrheit der Schulen noch kein schriftliches Konzept, wie digitale Medien genutzt werden sollen und welche technische Ausstattung dafür benötig wird. Noch weniger Schulen haben eine schriftliche Fortbildungsplanung für ihre Lehrkräfte zur Nutzung digitaler Medien und ihren Einsatzmöglichkeiten im Unterricht. „Angesichts des ehrgeizigen Ziels der Regierung, künftig ein flächendeckendes WLAN in den Funktions- und Unterrichtsräumen mit bis zu 1300 Mbit/s zu schaffen, muss man nüchtern feststellen: Es ist noch ein weiter Weg“, sagt Jochen Flackus, der wirtschaftspolitische Sprecher der Linksfraktion und stellvertretende Vorsitzende der Enquêtekommission Digitalisierung. „Wir erkennen an, dass mittlerweile die allermeisten Schulen im Land eine Breitbandversorgung mit50 Mbit/s haben, der Ausbau ist hier vorangekommen und nur 16 Schulen haben noch eine langsamere Internetverbindung. Aber das nutzt natürlich wenig, wenn in diesen Schulen die meisten Funktions- und Unterrichtsräume keinen Anschluss haben und die meisten Schulen noch nicht so recht wissen, wie sie die Nutzung digitaler Medien im Unterricht einsetzen wollen. Die Landesregierung muss erkennen, dass gute digitale Infrastruktur für gute Bildung eines der zentralen Zukunftsthemen ist, auch für die Saar-Wirtschaft.“

„Es darf auch nicht sein, dass es bei der Internet-Ausstattung ein Gefälle zwischen Gymnasien und den restlichen Schulen gibt“, ergänzt Barbara Spaniol, die bildungspolitische Sprecherin. „An den Gymnasien haben immerhin 42,4 Prozent der Funktions- und Unterrichtsräume WLAN, an den Gemeinschaftsschulen nur 36 Prozent, an den beruflichen Schulen 32,8 Prozent. Wir brauchen aber überall flächendeckend schnelle Internetverbindungen und auch entsprechende Konzepte. Wer in den Schulen für die Wartung und den technischen Support zuständig ist, liegt noch in der Verantwortung der Schulträger. Es gibt hier keine landesweite Regelung und damit oft auch kein festes Stunden-Deputat für diese wichtige Aufgabe, so dass Lehrerinnen und Lehrer dies oft nebenher machen müssen. Hier muss eine faire Lösung gefunden werden.“

 

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