8. Juni 2018

Dagmar Ensch-Engel: Zentrale Fragen zur PBDE-Belastung der Saar bleiben offen

Nachdem die Landesregierung heute auf Antrag der Linksfraktion im Umweltausschuss über die Verunreinigung der Saar mit dem krebserregenden Stoff PBDE berichtet hat, bleiben für DIE LINKE die zentralen Fragen weiter offen. „Vor zwei Jahren wurde vom Umweltbundesamt an der Saar bei Rehlingen der bundesweit höchste PBDE-Wert veröffentlicht, wobei in den Fischen dort die zulässigen Grenzwerte um das Zehntausendfache überschritten waren, aber die Landesregierung kann bis heute nicht sagen, woher diese große Verunreinigung kommt oder wie man sie abstellen kann", erklärt die umweltpolitische Sprecherin Dagmar Ensch-Engel. "Der Umweltminister darf nicht einfach darauf hoffen, dass sich das Problem irgendwann von alleine löst, sondern muss endlich etwas unternehmen. Mittlerweile wurden Rückstände von PDBE, das bereits seit 2004 in der EU nicht mehr in Umlauf gebracht werden darf, auch in der Leber von Rehen sowie an den Spitzen von Fichten nachgewiesen. Jetzt muss schnellstens die Quelle für die PBDE-Belastung gefunden und abgeschaltet werden. Nötig ist auch ein ständiges aussagekräftiges Monitoring unter Einbindung des Messprogramms der Internationalen Kommission zum Schutz von Mosel und Saar. Als einzige mögliche Hilfe zur Reduzierung der PBDE-Werte wurde heute die Verbrennung von Klärschlämmen des EVS anstelle des Einbringens auf Felder vorgeschlagen. Das alleine wird das Problem nicht lösen, sollte aber umgehend mit dem EVS angegangen werden. Die Umweltqualitätsnorm, die seit diesem Jahr gilt, kann im Saarland insgesamt nicht eingehalten werden, hat die Regierung heute erklärt. Nach Ablauf eines Sechs-Jahres-Programms hofft sie darauf, dass sich die Werte auch bei PDBE so verbessern, dass die eigentlich gültige Norm dann vielleicht eingehalten werden könnte. Das kann nicht befriedigen. Auch da noch keine Aussage getroffen werden konnte, in welchem Zeitraum sich der Stoff abbaut.“