30. August 2018

Dennis Lander: Lieber mehr Personal statt Taser im Streifendienst

DIE LINKE im Saarländischen Landtag sieht die von der Landesregierung für nächstes Jahr geplante Testphase für den Einsatz von Elektroimpuls-Geräten (Tasern) im Streifendienst kritisch. Der Innenpolitiker Dennis Lander: „Wie gefährlich Taser sind, ist wissenschaftlich noch umstritten. Aber sie sind nicht umsonst für Privatpersonen verboten. Amnesty International hat in den USA zwischen 2001 und 2015 insgesamt 670 Todesfälle gezählt, bei denen ein Taser im Spiel war und bei mindestens 50 Fällen soll der Taser auch laut Obduktionsbericht zum Tod beigetragen haben. Es gibt Untersuchungen der Indiana University, nach denen die 19 Pulse pro Sekunde, die ein Elektroimpuls-Gerät verursacht, den Herzschlag so stark beschleunigen können, dass es zu einem tödlichen Kammerflimmern kommen kann. Selbst der Hersteller warnt davor, mit den Geräten direkt auf die Brust zu schießen. Und für Herzkranke oder Schwangere können die Stromstöße besonders gefährlich werden. Wie aber soll ein Streifenpolizist erkennen, ob die Person vor ihm herzkrank ist? Es kann auch nicht im Sinne der Polizistinnen und Polizisten sein, wenn sie mit dieser Verantwortung alleingelassen werden. So eindeutig wie sich die saarländische Landesregierung in dieser Frage positioniert, will sie wohl nicht auf wissenschaftliche Untersuchungen warten, sondern lieber heute als morgen mit der Aufrüstung der Polizei beginnen. Dieser Aktionismus kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Polizei zu wenig Personal hat, als Folge des Kürzungskurses der CDU-geführten Landesregierungen der letzten Jahre.“