6. August 2018

Jochen Flackus: "Bestehende Strukturen der Sportförderung aufräumen, statt neue 'Denkfabrik' für Spitzensport einrichten"

"Es braucht ein stimmiges Gesamtkonzept für die Sportförderung im Saarland. Da ist es nicht sonderlich hilfreich, jetzt einen kleinen Teilaspekt davon anzugehen, während die Staatsanwaltschaft noch ermittelt und ein Untersuchungsausschuss erst angelaufen ist." Mit diesen Worten reagiert Jochen Flackus, der parlamentarische Geschäftsführer der Linksfraktion im Saarländischen Landtag und stellvertretende Vorsitzende des Untersuchungsausschusses zum System der Sportförderung, auf den Vorschlag der SPD, eine "Denkfabrik Leistungssport" einzurichten. "Es bringt den Saar-Sport überhaupt nicht weiter, wenn das bisherige System der Sportförderung, das aus dem Ruder gelaufen ist, konserviert und gleichzeitig ein neues Gremium geschaffen wird, zusätzlich zu den vielen bereits bestehenden Gremien" so Flackus. "Es spricht ja nichts dagegen, sich grundsätzlich Gedanken über die Zukunft der Sportförderung im Land zu machen, aber statt eine neue 'Denkfabrik' mit Vertretern des Landessportverbands und Sportlerinnen und Sportlern einzurichten, sollte erst einmal in den bestehenden Strukturen aufgeräumt werden, auch beim LSVS. Ein deutliches Mehr an Transparenz würde es dann geben, wenn die Mittel der Sportförderung im Landtag von den Volksvertretern unter den Augen der Öffentlichkeit verwaltet würden. Und statt jetzt einseitig den Spitzensport in den Blick zu nehmen, sollte vor allem der Breiten- und Vereinssport im Saarland gestärkt werden, denn die vielen Aktiven in den Sportvereinen dürfen nicht unter der jahrelangen Misswirtschaft beim Landessportverband und der fehlenden Aufsicht durch das Land leiden."