13. November 2017

Jochen Flackus: Keine weitere „Flexibilisierung“ der Arbeitszeiten, sondern Arbeitszeitverkürzung!

DIE LINKE im Saarländischen Landtag lehnt die Forderung der Wirtschaftsweisen nach einer weiteren Lockerung der Arbeitszeitgesetze ab. Der wirtschafts- und arbeitsmarktpolitische Sprecher Jochen Flackus: „Diese Forderung, die die Arbeitgeberverbände schon seit langem stellen, mit der Digitalisierung zu begründen, kann nicht überzeugen. Die Digitalisierung der Produktion ist ein Prozess, der bereits längst läuft und nicht an den Arbeitszeitgesetzen scheitert. Dass Beschäftigte zwischen zwei Arbeitstagen ein Recht auf elf Stunden Ruhe haben, um auszuruhen und wieder Kräfte schöpfen zu können, damit sie am nächsten Tag mit ihrer ganzen Arbeitskraft wieder zur Verfügung stehen, sollte eine Selbstverständlichkeit sein und hat das Wirtschaftswachstum in Deutschland nicht gebremst. Auch wenn ein regulärer Arbeitstag auf acht Stunden begrenzt ist, machen die Unternehmen in Deutschland gute Geschäfte - zumal es bereits zahlreiche Ausnahmeregelungen etwa durch Überstunden gibt. Im letzten Jahr haben die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer so viele Überstunden geleistet, dass damit etwa eine Million zusätzliche Vollzeitstellen hätten geschaffen werden können, wobei die Mehrheit der über 1,7 Milliarden Überstunden nicht bezahlt wurde. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer brauchen mehr Schutz, Sicherheit und Mitspracherechte und nicht noch eine weitere Aushöhlung ihrer Rechte. Gerade die zunehmende Automatisierung der Produktion schafft Spielräume, die Arbeitszeiten zu senken und damit auch mehr Arbeitsplätze zu schaffen. DIE LINKE fordert eine Senkung der gesetzlichen Höchstwochenarbeitszeit von 48 auf 40 Stunden und unterstützt die Gewerkschaften in dem Vorhaben, die 35-Stundenwoche und weitere tarifliche Arbeitszeitverkürzungen flächendeckend durchzusetzen.“