29. April 2020

Jochen Flackus: Landessportverband darf nicht in alten Filz zurückfallen – Geschäftsführer-Gehälter müssen sich an öffentlichem Dienst orientieren, ohne Tricksereien!

„Die Verantwortlichen beim Landessportverband scheinen weder aus dem Filz und der Misswirtschaft der letzten Jahre gelernt zu haben, noch von der schweren Lage der Sportvereine in der Corona-Krise beeindruckt zu sein. Anders ist es nicht zu erklären, dass der Aufsichtsratsvorsitzende König jetzt schon laut darüber nachdenkt, die beiden neuen Geschäftsführer mit jeweils sechsstelligen Beträgen im Jahr zu bezahlen.“ Mit diesen Worten reagiert Jochen Flackus, der parlamentarische Geschäftsführer der Linksfraktion im Saarländischen Landtag und stellvertretende Vorsitzende des Untersuchungsausschusses zum System der Sportförderung, auf entsprechende Äußerungen Königs in der „Saarbrücker Zeitung“ („Klar scheint aber, dass wirklich geeignete Kandidaten Jahresgehaltsvorstellungen in sechsstelliger Höhe anmelden werden. ‚Wir haben eine gewisse Bandbreite im Haushalt eingerechnet. Ich könnte mir auch eine Fixsumme vorstellen mit Zuschlägen, die beim Erreichen gesteckter Ziele fällig würden.‘…“). „Der LSVS ist gesetzlich verpflichtet, sich bei der Bezahlung seiner Geschäftsführer am öffentlichen Dienst zu orientieren, und da gibt es in vergleichbaren Bereichen weder spezielle Erfolgsboni noch sechsstellige Jahresgehälter. Es ist völlig unverständlich, warum vor einer Ausschreibung Bewerber vom möglichen Arbeitgeber geradezu dazu aufgefordert werden, mehr Geld zu verlangen, als gesetzlich eigentlich möglich. Die saarländischen Sportvereine stehen in der Corona-Krise so mit dem Rücken zur Wand, dass über einen Rettungsschirm aus Steuergeldern nachgedacht wird. Und in dieser Situation möchte der Aufsichtsratsvorsitzende des Landessportverbands viel Geld für hauptamtliche Funktionäre ausgeben - Geld, das nicht für den Saar-Sport und die Sporttreibenden zur Verfügung steht. Wir fordern die Verantwortlichen beim LSVS auf, sich an das geltende Gesetz zu halten und im Sinne der Sportvereine kein unnötiges Geld für Gehälter auszugeben, zumal die Erfahrung zeigt, dass es bei weitem nicht immer nur die Besten sind, die viel Geld fordern und erhalten. Notfalls muss die Landesregierung, die für die Aufsicht über den Landessportverband verantwortlich ist, für Klarheit sorgen.“

In Verbindung stehende Artikel: