25. Oktober 2018

Jochen Flackus: Normalarbeitsverhältnis ist im Saarland immer weniger der Normalfall

Der Anteil der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit einem sozialversicherungspflichtigen und unbefristeten Arbeitsverhältnis an den abhängig Beschäftigten insgesamt ist im Saarland in den vergangenen 15 Jahren deutlich zurückgegangen. Im Jahr 2003 waren es noch 69 Prozent, vergangenes Jahr nur noch 66,7 Prozent. Gleichzeitig ist der Anteil der Atypisch-Beschäftigten von 20,6 auf 24 Prozent gestiegen. Im selben Zeitraum sind auch Zahl und Anteil der sozialversicherungspflichtigen Vollzeitstellen im Saarland deutlich gesunken (2003: 83,5 Prozent, 2017: 73,3 Prozent). Das geht aus der Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage von Jochen Flackus hervor, wirtschafts- und arbeitsmarktpolitischer Sprecher der Linksfraktion im Saarländischen Landtag (Drucksache 16/611). „Immer mehr Saarländerinnen und Saarländer leiden unter Befristungen, Minijobs, Leiharbeit, schlecht bezahlten Werkverträgen, unfreiwilliger Teilzeit. Mittlerweile ist fast jeder vierte Arbeitnehmer betroffen. Das ist eine direkte Folge der verheerenden Agenda-Politik von SPD und Grünen, unterstützt von Union und FDP, die der prekären Beschäftigung Tür und Tor geöffnet hat“, so Flackus. „Damit muss Schluss sein. Nötig ist ein Verbot von Leiharbeit und sachgrundloser Befristung und ein Vorgehen gegen den Missbrauch von Werkverträgen. Und weil immer mehr Menschen auch mit Vollzeitjob arm sind, muss der Mindestlohn auf ein Niveau angehoben werden, dass sowohl im Berufsleben wie auch im Alter vor Armut schützt, das geht nicht unter 12 Euro. Und es muss deutlich mehr Kontrollen geben, ob dieser Mindestlohn auch wirklich eingehalten wird.“