18. Juni 2018

Oskar Lafontaine: Landesregierung muss sich dem Haushalts-Vergleich mit anderen Bundesländern stellen

„Das Erreichen der ‚Schwarzen Null‘ ist angesichts einer jahrelangen Investitionsschwäche und einer Sanierungslücke von über einer Milliarde Euro kein Anlass, um sich selbst auf die Schulter zu klopfen.“ Mit diesen Worten kommentiert Oskar Lafontaine den Haushaltsentwurf der Landesregierung. „Im Gegenteil, in einer Zeit außergewöhnlich niedriger Zinsen wäre es vorrangig, in die heruntergekommene Infrastruktur des Landes zu investieren. Laut IHK investieren das Land und seine Gemeinden jährlich im Schnitt 110 Millionen Euro weniger als die anderen Länder. Die jetzigen Planungen von CDU und SPD bedeuten für die kommenden beiden Jahre also Unterinvestitionen von 70 Millionen Euro pro Jahr. Unser Land wird damit noch weiter zurückfallen.“ Die Landesregierung müsse sich, um ihre vermeintlichen ‚Leistungen‘ richtig einzuschätzen, dem Vergleich mit den anderen Bundesländern stellen. „Es ist überfällig, dass die Regierung Vergleichszahlen vorlegt. Dass sie beim Haushalt mehr Transparenz schaffen will, ist ein löbliches Anliegen, aber wirkliche Durchschaubarkeit gibt es für die Saarländerinnen und Saarländer nur, wenn sie die Situation und Entwicklung im Saarland ins Verhältnis zu den anderen Bundesländern setzen können. Ein Haushalt sollte ein Buch der Wahrheit sein, dazu gehört Vergleichbarkeit.“