12. November 2015

Prof. Heinz Bierbaum: Schuldneratlas ist Alarmsignal – Billiglöhne und prekäre Beschäftigung bekämpfen

Die Linksfraktion im Saarländischen Landtag sieht im aktuellen Schuldneratlas der Wirtschaftsauskunftei Creditreform einen Beleg dafür, dass die CDU-geführten Landesregierungen zu sehr auf Niedriglöhne und Billigjobs gesetzt haben. Der wirtschaftspolitische Sprecher Prof. Heinz Bierbaum erklärt: „Wenn im Saarland mehr Menschen überschuldet sind als im Bundesschnitt, dann hat das damit zu tun, dass die Löhne der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer hier unter dem Schnitt der anderen westdeutschen Länder liegen. Und damit, dass prekäre Beschäftigung, Leiharbeit und Niedriglöhne hierzulande besonders weit verbreitet sind. Außerdem sind seit Hartz IV auch Langzeitarbeitslose quasi per Gesetz arm. Wenn in einem Stadtteil wie Saarbrücken-Malstatt fast jeder dritte Erwachsene überschuldet ist, dann ist das ein deutliches Alarmsignal. Jetzt muss gehandelt werden. Nötig sind ein Verbot der Leiharbeit, ein Mindestlohn, der tatsächlich sowohl im Berufsleben als auch im Alter vor Armut schützt, ein deutlich höherer Hartz-Regelsatz und mehr Engagement der Landesregierung für die Schaffung neuer, zukunftsfähiger Arbeitsplätze. Zudem sind deutliche Lohnerhöhungen und mehr Investitionen des Landes erforderlich.“