20. Februar 2013

Altersarmut bei Frauen im Saarland

Frauen sind in besonderem Maße von unzureichender sozialer Absicherung und Armut im Alter betroffen. Viele haben aufgrund diskontinuierlicher Erwerbsbiografien bedingt durch Zeiten der familiären Sorgearbeit, von Teilzeitarbeit (häufig mit geringer Stundenzahl), Minijobs und Niedriglöhnen nur geringe eigenständige Rentenansprüche. Sie verfügen in wesentlich geringerem Maße über zusätzliche Vorsorge im Rahmen privater oder betrieblicher Alterssicherung als Männer und ihre Anwartschaften daraus sind häufig gering. Sie sind daher im Alter in hohem Maße abhängig von der meist über den Partner abgeleiteten Sicherung. Diese kann wegen zunehmender Scheidungsraten, absinkender Rentenansprüche der Männer – aufgrund auch bei ihnen zunehmender Lücken in den Erwerbsbiografien vor allem durch Arbeitslosigkeit, der Zunahme niedrig entlohnter Beschäftigung und der politisch gewollten Absenkung des Rentenniveaus – sowie Kürzungen bei der Witwenrente die Funktion der Absicherung von Frauen im Alter jedoch immer weniger erfüllen.

Ich frage die Regierung des Saarlandes:

1.
Wie hoch ist der durchschnittliche Rentenzahlbetrag an Frauen im Saarland bei der Altersrente im Rentenzugang sowie im Rentenbestand, und wie hat sich dieser seit 2001 entwickelt?

2.
Wie hoch sind im Rentenzugang die durchschnittlich erworbenen Entgeltpunkte der Frauen im Saarland, und wie haben sich diese seit 2001 entwickelt?

3.
Wie hoch ist jeweils der Anteil von Frauen im Saarland, die eine Altersrente von unter 250 Euro, unter 450 Euro, unter 650 Euro, unter 850 Euro, unter 900 Euro, unter 1.000 Euro sowie über 1.000 Euro beziehen?

4.
Wie hoch ist jeweils der Anteil von Frauen im Saarland, die eine Altersrente bzw. eine Erwerbsminderungsrente unterhalb des Niveaus der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung beziehen? Wie hat sich dieser seit der Einführung dieser Leistung im Jahr 2003 im Saarland entwickelt?

5.
Wie hoch ist jeweils der Anteil von Frauen im Saarland, die eine Altersrente bzw. eine Erwerbsminderungsrente unterhalb der Armutsrisikogrenze beziehen? Wie hat sich dieser über die vergangenen zehn Jahre entwickelt, und wie ist der Wiederanstieg der Armutsrisikoquote älterer Frauen aus Sicht der Landesregierung zu erklären?

6.
Über wie viel Alterseinkommen verfügen Frauen im Durchschnitt insgesamt (im Vergleich zu Männern)?