12. Mai 2014

Beschäftigungssituation in Gesundheits- und Pflegeberufen

„Die Pflege liegt am Boden“ – darauf macht aktuell ein Zusammenschluss aus Pflegenden, Betroffenen und Angehörigen bundesweit mittels Flashmobs aufmerksam. Sie verweisen mit Nachdruck auf fehlendes Personal in Gesundheits- und Pflegeberufen, geringe Gehälter und schlechte Arbeitsbedingungen. Und tatsächlich stehen den großen Herausforderungen für das Pflegepersonal, unverständlich geringe Wertschätzungen gegenüber. Das Gesundheitswesen gehört zu den fünf Branchen mit den meisten weiblichen Niedriglohnbeschäftigten. Die Belastungen werden immer größer, die Gehälter immer geringer – insbesondere für Frauen, denn Verdienstunterschiede zu männlichen Kollegen sind hoch und spätestens seit dem Stressreport 2012 ist bekannt, dass Gesundheitsberufe für die Arbeiternehmerinnen mit besonders hohen Arbeitsbelastungen einhergehen. Es herrscht massiver Termin- und Leistungsdruck, die Arbeitsabläufe sind streng getaktet und führen laut Stressreport ‚an die Grenze der Leistungsfähigkeit‘.

Ich frage die Regierung des Saarlandes:

1.
Wie viele Frauen und Männer arbeiten im Saarland aktuell im Gesundheits- und Pflegebereich (bitte nach Geschlecht aufschlüsseln)?

2.
Wie hoch sind die aktuell durchschnittlichen Monats- und Stundenlöhne der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Gesundheits- und Pflegebranche (bitte nach Geschlecht differenzieren)?

3.
Wie viele Erwerbstätige befinden sich in der Branche in Vollzeitbeschäftigung, Teilzeitbeschäftigung, Minijobs (bitte nach Geschlecht differenzieren) und wie hat sich der jeweilige Anteil seit 2005 bis dato entwickelt (bitte chronologisch angeben)?

4.
Wie hat sich der Anteil der Altenpflegerinnen und Altenpfleger in Minijobs seit 2005 verändert (bitte chronologisch aufschlüsseln und nach Geschlecht differenzieren)?

5.
Wie viele saarländische Ärztinnen und Ärzte arbeiten seit 2005 bis dato in einem Minijob (bitte chronologisch anführen und nach Geschlecht differenzieren)?

6.
Wie interpretiert die Landesregierung des Saarlandes den Anstieg von saarländischen
Ärztinnen und Ärzten in Minijobs?

7.
Wie hoch ist der Anteil der Beschäftigten in der Branche in Leiharbeit und wie hoch ist die Lohndifferenz zu Beschäftigten in sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen (bitte nach Geschlecht differenzieren)?

8.
Wie viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind seit 2005 bis dato in den saarländischen
Kliniken beschäftigt, in welchen Beschäftigungsformen finden Sie sich wieder (Vollzeit, Teilzeit, Minijobs) und auf welcher Höhe befinden sich die durchschnittlichen Stundenlöhne (bitte nach Geschlecht differenzieren und chronologisch aufschlüsseln)?

9.
Wie häufig wurde seit 2005 bis dato in der saarländische Gesundheits- und Pflegebranche
gegen das Arbeitszeitgesetz verstoßen (bitte chronologisch anführen) und wie schätzt die saarländische Landesregierung die Dunkelziffer ein?