10. Mai 2011

Altersarmut – Situation, Entwicklung und Prognose für das Saarland

Seit 2005 steigt die Zahl der Grundsicherungs-Empfänger an. Im Jahr 2009 waren es rund 764.000. Laut Handelsblatt vom 5. April 2011 rechnen Experten wie der ehemalige Chef des Sachverständigenrates der Bundesregierung, Bert Rürup, damit, dass die Zahl der von Altersarmut Betroffenen deutlich wachsen wird. Nach Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung gehören hierzu vor allem Männer, die nach 1960 geboren sind. Der Paritätische Wohlfahrtsverband prognostiziert, dass bereits im Jahr 2025 jeder zehnte Rentner in Deutschland auf Grundsicherung angewiesen sein wird. Dabei sind nicht nur Menschen mit lückenhaften Erwerbsbiographien betroffen. Gerade Bezieher kleiner Einkommen sind im Alter von Armut bedroht. Experten gehen davon aus, dass für sie bald auch 45 Jahre ununterbrochener Beitragszahlung nicht einmal für eine Rente auf Grundsicherungsniveau reichen werden. Im Saarland liegt das durchschnittliche Einkommensniveau deutlich unter dem der anderen alten Bundesländer. Gleichzeitig gibt es hier einen besonders großen Anteil an Leiharbeitern und Beschäftigten im Niedriglohnbereich.

Ich frage die Landesregierung:

1.
Wie viele Rentnerinnen und Rentner im Saarland sind derzeit auf Grundsicherung angewiesen? Welchen Anteil machen Grundsicherungsempfänger in der Gruppe der Rentenbezieher derzeit aus?

2.
Wie stellt sich die Situation im Vergleich mit den übrigen westdeutschen Bundesländern dar?

3.
Wie beurteilt die Landesregierung die Entwicklung der Altersarmut im Saarland und welche Prognose gibt sie ab? Wie viele Saarländerinnen und Saarländer werden schätzungsweise im Jahr 2025 auf Grundsicherung angewiesen sein?

4.
Welche Maßnahmen trifft die Landesregierung, um ein weiteres Ansteigen der Altersarmut im Land zu verhindern – sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene? Welche Maßnahmen wären aus Sicht der Landesregierung nötig, um dieses Problem anzugehen?

5.
Bundesweit gibt es mehr und mehr so genannte „Solo-Selbständige“ – Freiberufliche Selbständige also, die keine Mitarbeiter beschäftigen. Diese Gruppe gehört keiner obligatorischen Alterssicherung an. Über 30 Prozent von ihnen verfügen über ein Nettoeinkommen von weniger als 1.100 Euro im Monat. Der Sachverständigenrat der Bundesregierung hat deshalb schon im Jahr 2006 gewarnt, wenn die Politik nichts unternehme, müsste künftig eine wachsende Zahl von Solo-Selbständigen im Alter vom Staat alimentiert werden.

Wie sieht die Situation im Saarland aus? Wie viele dieser „Solo-Selbständigen“ gibt es hier? In welche Branche arbeiten besonders viele „Solo-Selbständige“? Mit was für einer Entwicklung rechnet die Landesregierung in diesem Bereich? Welche Anstrengungen unternimmt oder plant die Landesregierung diesbezüglich?

Beantwortung der Anfrage durch den Landtag am 20.06.2011 - hier weiterlesen

Quelle: http://www.linksfraktion-saarland.de/parlamentarische_initiativen/anfragen/detail/artikel/altersarmut-situation-entwicklung-und-prognose-fuer-das-saarland/