1. Oktober 2013

Piercingstudios im Saarland

Nach neusten Studien sind in der Altersklasse der 14- bis 30-Jährigen, bezieht man Ohrlöcher mit ein, ca. 70 % aller Einwohner der Bundesrepublik teils mehrfach gepierct. Alleine von Jahr 2003 bis zum Jahr 2009 stieg die Zahl der tätowierten Frauen bis 34 Jahre von 14 auf 25 Prozent. Heute sind ca. 12 Millionen Bundesbürger gepierct und/oder tätowiert. Zwei Millionen Tätowierungen und ca. 8 Millionen Piercings kommen jährlich dazu. Das sind knapp 22.000 Piercings am Tag. In Deutschland werden pro Jahr in ca. 7.000 Tattoo und Piercingstudios ca. 200 Millionen Euro Umsatz gemacht. 20.000 Menschen sind auf diesem Gebiet tätig. Im Saarland gibt es seit über 20 Jahren Piercingsstudios, die sich auf den Einsatz von Schmuck spezialisiert haben. Zurzeit gibt es ca. 50 bis 70 offizielle Studios sowie Ärzte und zahlreiche private Anbieter, die Piercings zum Teil im Hinterzimmer anfertigen. Mittlerweile werden in fast allen Studios neben den üblichen Piercings Implantate in teils komplizierten chirurgischen Eingriffen bei örtlicher Betäubung unter die Haut verpflanzt.

Piercer ist keine geschützte Berufsbezeichnung. Es gibt keinerlei Ausbildung. Keine Dachorganisation oder Selbstverwaltung, die die ca. 7.000 Tätowier- und Piercingstudios in Deutschland betreut oder Leitlinien verfasst. Bei den zum Teil chirurgischen Operationen gleich kommenden Eingriffen können Krankheiten wie Hepatitis, HIV und andere übertragen und massenhaft verbreitet werden. Bei unsachgemäßer Ausführung können Entzündungen oder andere schwerwiegende Komplikationen entstehen. Es gab bundesweit bereits mehrere Todesfälle in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Piercen. U.a. in Hessen im Jahr 2008 durch das unsachgemäße Anwenden von Betäubungsmitteln.

Vor diesem Hintergrund frage ich die Regierung des Saarlandes:

1.
Wer darf im Saarland neben Ärzten gewerbsmäßig Operationen wie das Einsetzen von Implantaten ausüben?

2.
Wer darf ein Piercingstudio betreiben?

3.
Wie viele Piercingstudios werden im Saarland/speziell in Saarbrücken von den zuständigen Gesundheitsämtern überwacht?

4.
In welchem Turnus finden diese Überprüfungen statt?

5.
Besteht im Saarland die Pflicht, Sterilisationsgeräte zu betreiben?

6.
In welchem Turnus wird deren Funktionalität überprüft?

7.
In einigen anderen Bundesländern besteht die Pflicht für Piercingstudios, einen sogenannten Hygieneplan zu erstellen und diesen umzusetzen. Wie viele Studios im Saarland haben einen solchen Hygieneplan erstellt?

Quelle: http://www.linksfraktion-saarland.de/parlamentarische_initiativen/anfragen/detail/artikel/piercingstudios-im-saarland/