17. Mai 2017

Werbung und versponsorte Unterrichtsmaterialien an saarländischen Schulen

Im vergangenen Jahr hat das Kultusministerium in Hessen das Schülerbuch der Unternehmensinitiative Network for Teaching Entrepreneurship (NFTE) verboten, weil die Fachabteilung des Ministeriums an mehr als 50 Stellen offene und versteckte Werbung entdeckt hatte. Die Initiative hat bundesweit nach eigenen Angaben rund 1.600 Lehrerinnen und Lehrer an über 620 Schulen in 14 Bundesländern – darunter dem Saarland – „zertifiziert“, mit dem Ziel, unternehmerisches Denken zu fördern.

Laut der Organisation LobbyControl sind 16 der 20 umsatzstärksten deutschen Unternehmen an der Produktion von Unterrichtsmaterialien beteiligt und lediglich 13 Prozent der 15-Jährigen in Deutschland besuchen eine Schule, an der Unternehmen und Industrie keinen Einfluss auf die Lehrinhalte ausüben.

Ich frage daher die Landesregierung:

1.
Wird die saarländische Landesregierung dem Beispiel Hessens folgen und den Gebrauch des Schülerbuches der Unternehmensinitiative Network for Teaching Entrepreneurship (NFTE) an saarländischen Schulen verbieten?

2.
Hat das saarländische Bildungsministerium das Schülerbuch der NFTE überprüft und wenn ja, ist dabei keine offene und versteckte Werbung aufgefallen?

3.
Wie steht die Landesregierung zur „Zertifizierung“ saarländischer Lehrerinnen und Lehrer durch die Unternehmensinitiative NFTE?

4.
Sieht die Landesregierung vor diesem Hintergrund inzwischen doch die Notwendigkeit einer Monitoringstelle im Saarland, die freie Unterrichtsmaterialien prüft und bewertet?