18. Oktober 2009

Bahnhöfe müssen barrierfrei werden – Freie Fahrt auch für Menschen mit Handicaps

Als „skandalös" hat heute der behindertenpolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE im saarländischen Landtag, Ralf Georgi die Ignoranz der Deutschen Bahn gegenüber Menschen mit Behinderten im Saarland bezeichnet. „Nur 44 Prozent der Bahnhöfe im Saarland gelten als barrierefrei. Damit trägt das Saarland die rote Laterne – wir sind in Deutschland mal wieder Schlusslicht."

Georgi, der seit Jahren auf diesen Missstand hinweist, hat in einem Schreiben die Deutsche Bahn aufgefordert, sofort entsprechende bauliche Maßnahmen zu ergreifen. „Es ist schlicht unverständlich, dass der Bahnhof der zweitgrößten Stadt des Landes, nämlich in Neunkirchen, nicht behindertengerecht ausgestattet ist." Auch angesichts eines künftigen demographischen Wandels sieht er dringenden Handlungsbedarf. „Menschen mit Rollatoren oder Eltern mit Kinderwagen ist es schlicht unmöglich, nach Neunkirchen mit der Bahn zu reisen. Das ist ein unerträglicher Zustand."

Der Parlamentarier weist daraufhin, dass die Bundesregierung eine Anfrage der Fraktion der Linken im Deutschen Bundestag beantwortet hat. Daraus ist ersichtlich, dass im Saarland nach derzeitiger Planung auch nach dem Jahr 2011 folgende Kommunen nicht barrierefrei sein werden: Bexbach, Ottweiler, Bous, Saarbrücken Ost, Dillingen, Scheidt, Kirkel, Sulzbach, Landsweiler-Reden, Türkismühle, Merzig, Völklingen sowie Neunkirchen. „Dies ist nicht mehr hinnehmbar und meines Erachtens auch nicht konform mit dem Saarländischen Behindertengleichstellungsgesetz", so Georgi abschließend.

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