8. November 2019

Astrid Schramm: Saarland braucht Industriekultur-Förderung aus einem Guss mit landesweitem Management für die zentralen Stätten – Standort Reden noch nicht „ausentwickelt“

Die Linksfraktion im Saarländischen Landtag fordert eine Industriekultur-Förderung aus einem Guss mit einem gemeinsamen landesweiten Management für die zentralen Stätten. „Der damalige Wirtschaftsminister Heiko Maas hat ein solches ‚General-Management‘ für die Bereiche Bergbau und Stahl schon vor sechs Jahren ins Gespräch gebracht, als die IKS der Strukturholding Saar untergeordnet wurde“, erklärt die kulturpolitische Sprecherin Astrid Schramm. „Die jetzt laufende Neubesetzung an der Spitze des Weltkulturerbes Völklinger Hütte bietet die Chance, dies nun umzusetzen. Dafür braucht es aber die politische Entscheidung, die neue Generaldirektorin oder den neuen Generaldirektor mit entsprechenden Kompetenzen auszustatten oder ein neues Gremium zu schaffen. Und natürlich ein Budget für die Weiterentwicklung und Vernetzung der Industriekultur-Stätten. Es gibt viele gute Ideen von Menschen, die sich in Velsen, Itzenplitz, Luisenthal, Camphausen, Reden und anderen Orten der Industriekultur engagieren – etwa eine Besucher-Bahnverbindung zwischen Luisenthal und Völklinger Hütte, oder einen Schutz von Bergehalden als Naturdenkmale mit entsprechender Darstellung.

Auch der Standort Reden ist keineswegs ‚ausentwickelt‘, auch wenn das die Landesregierungen seit vielen Jahren gebetsmühlenartig wiederholen. Es ist unprofessionell, dass dort eine Alm gebaut wurde und verpachtet wird, ohne dass bis heute das Transportproblem dorthin gelöst wäre. Und es ist fahrlässig, dass die IKS damit nicht nur riskiert, dass die bisherigen Pächter aus dem Vertrag aussteigen, sondern dass auch nur schwerlich Nachfolger gefunden werden können. Es kann auch nicht die Lösung sein, ein Ende von Gondwana regelrecht herbei zu hoffen, ohne dass es Planungen für eine anschließende Nutzung gibt. Der Standort Reden ist attraktiv, zieht mehr als 300.000 Menschen an, und braucht deshalb eine nachhaltige Weiterentwicklung. Die Landesregierung darf sich hier nicht mehr länger nur als unbeteiligter Zuschauer begreifen, sondern muss ihrer Verantwortung nachkommen. Auch für den Standort Reden wäre ein gemeinsames Management der Industriekultur-Stätten sicher sinnvoll. Klar ist dabei aber: Ohne zusätzliche Mittel und ohne klare Entscheidungen der Landesregierung wird es nicht vorangehen.“<xml></xml>

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