3. März 2010

Kleine Reparaturen bringen wenig – G 8 muss grundsätzlich überarbeitet werden

Die Linksfraktion im saarländischen Landtag begrüßt die Ankündigung des Bildungsministers Klaus Kessler, die Schüler am achtjährigen Gymnasium zu entlasten. Eine Reform der Stundentafel und eine Überarbeitung der Lehrpläne seien längst überfällig gewesen.

Allerdings seien diese Reformen nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. „Das grundsätzliche Problem bleibt doch bestehen“, sagt die stellvertretende Fraktionsvorsitzende und bildungspolitische Sprecherin, Barbara Spaniol. „Die CDU-Landesregierung hat G8 völlig übereilt eingeführt und auch die jetzige schwarze Ampelkoalition will den Schülern keine Wahlfreiheit zwischen dem acht- und neunjährigen Gymnasium lassen. An der Schulform Gymnasium bleibt weiterhin G8 bestehen.“

Die schönsten Reformen würden außerdem nichts bringen, wenn die Klassen viel zu groß sind. Spaniol erinnerte daran, dass Klaus Kessler noch als Landesvorsitzender der Gewerkschaft GEW zu Beginn des laufenden Schuljahres die „nach wie vor übergroßen Klassen an Gymnasien und Gesamtschulen“, kritisiert hat, „die mit 27 bis 28 Schüler pro Klasse bundesweit negative Spitzenwerte erreichen“.

Kesslers Analyse damals sei völlig richtig gewesen, so Spaniol. Jetzt müssten aber endlich Taten folgen.

Viele Schüler seien dem Druck durch G8 nicht mehr gewachsen. Viele Schüler aus dem Homburger Raum würden deshalb zu Zweibrücker Gymnasien wechseln, wo es kein G8 gebe. Gleichzeitig boome die private Nachhilfe. Zurzeit gibt es an der Saar 114 Nachhilfeinstitute, 2006 waren es noch 92, im Jahr 2000 69.

Klaus Kessler hat noch im Dezember 2008 die Einführung des G8 „ein Subventionsprogramm für kommerzielle Nachhilfeinstitute“ genannt und die Forderung der LINKEN nach kleineren Klassen und echten Ganztagsschulen an den G8-Gymnasien unterstützt, „damit die Schüler mehr Zeit zum Üben, Wiederholen und zum Anfertigen der Hausaufgaben unter Betreuung haben“. „Das war und bleibt völlig richtig“, erklärt Spaniol. „Deshalb sollte sich der Bildungsminister nicht mit kleineren Reparaturen aufhalten sondern die echten Probleme angehen.“

Quelle: http://www.linksfraktion-saarland.de/politik/meldungen/detail/artikel/kleine-reparaturen-bringen-wenig-g-8-muss-grundsaetzlich-ueberarbeitet-werden/