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18. August 2020

Jochen Flackus: Saar-ÖPNV leidet unter grundsätzlichem Reformstau – Verantwortliche dürfen sich nicht hinter Corona verstecken

Die Linksfraktion im Saarländischen Landtag erneuert angesichts der derzeitigen Situation des ÖPNV im Land ihre Forderung nach einer grundlegenden Reform. Ziel müssten eine landesweite Organisation in einem Landesbetrieb für den ÖPNV sein, attraktivere Angebote für die Kunden und eine deutlich bessere Anbindung des ländlichen Raums. Jochen Flackus, der wirtschafts- und verkehrspolitische Sprecher: „Die Einnahmeverluste aufgrund der Corona-Pandemie werden ja glücklicherweise von Bund und Land ausgeglichen. Das darf aber nicht den Blick darauf verstellen, dass die Nutzerzahlen schon vor Corona stetig gesunken sind. Im Saarland nutzen schon seit Jahren so wenig Menschen Bus und Bahn wie in kaum einem anderen Bundesland. Das liegt an der schlechten Organisation, einer fehlenden landesweiten Planung, zu teuren Ticketpreisen und zu wenig und zu schlecht getakteten Verbindungen. Die von Verkehrsministerin Anke Rehlinger angekündigte ‚Tarifreform‘ ändert an den Grundproblemen nichts, bringt nur leichte Verbesserungen für Schülerinnen und Schüler und verlegt die teure Wabenstruktur der Tariftabelle lediglich in den Hintergrund, statt sie abzuschaffen. Die Zersplitterung des saarländischen ÖPNV in 17 verschiedene Akteure und Verantwortliche soll weiter bestehen bleiben, attraktivere Angebote wie ein ticketloser Busverkehr zumindest samstags oder ein 365-Euro-Jahresticket zumindest als Modellprojekt sind von der Landesregierung nicht geplant. Ebenso wenig kommt eine Nutzung digitaler Angebote voran (Stichwort On-Demand-Mobilitätsdienste). Der Saar-ÖPNV leidet unter der Untätigkeit der Verantwortlichen. Dabei brauchen wir auch zum Schutz von Umwelt und Klima endlich einen attraktiven ÖPNV gerade auch im ländlichen Raum, der eine echte Alternative zum Auto darstellt.“

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