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9. April 2020

Barbara Spaniol: Kinder und Jugendliche im Land brauchen baldmöglichst Klarheit, wie es in der Corona-Krise für sie weitergehen wird

Die Linksfraktion im Saarländischen Landtag fordert, dass Kinder und Jugendliche im Land und ihre Familien baldmöglichst Klarheit erhalten, wie es in der Corona-Krise für sie weitergehen wird. Nach der heutigen Sitzung des Bildungsausschusses erklärt die bildungspolitische Sprecherin Barbara Spaniol: „Es ist gut, dass der Bildungs-Staatssekretär heute erklärt hat, es gebe bei der Notbetreuung für Schulen und Kitas kein Ausschlussprinzip. Allerdings hat die Landesregierung am 14. März das Angebot der Notbetreuung ausdrücklich auf systemrelevante Personen und berufstätige Alleinerziehende begrenzt. Das heißt, dass beispielsweise Kinder aus Familien, die auf Hartz IV angewiesen sind, ausdrücklich nicht zu den Ausnahmen gehören. Dass dies doch nicht so ist, wissen die betroffenen Familien und die Träger der Einrichtungen offenbar kaum, darum müssen sie deutlich besser informiert werden.“ Auch die Schülerinnen und Schüler bräuchten nun Klarheit, wie es in diesem Schuljahr weitergehen wird. „Diejenigen, die vor einer Abitur- oder anderen Abschlussprüfung stehen, müssen wissen, wann und wie sie diese Prüfungen ablegen können und wie die heiße Phase der Vorbereitung darauf bewerkstelligt werden kann. Für alle steht immer noch die Frage im Raum, wie angesichts der Schließungen faire Leistungsbewertungen sichergestellt und vorhandene Rückstände aufgeholt werden können. Es ist für die Regierung schwierig, längerfristige Prognosen abzugeben, aber es müssen alternative Planungen für mögliche Szenarien aufgezeigt werden. Werden Schulen und Kitas zuerst wieder geöffnet, wenn angesichts der Infektionsraten nach Ostern eine schrittweise Aufhebung der Schutzmaßnahmen beschlossen wird, oder stünde dieser Schritt dann eher am Ende des Weges, so dass man sich für weitere Wochen auf geschlossene Einrichtungen einstellen müsste? Das Ziel muss sein, dass keine Schülerin und kein Schüler einen Nachteil durch die Corona-Krise hat.“ Die Krise zeige zudem, welchen Nachholbedarf das Saarland bei der digitalen Infrastruktur habe. „Es ist gut, dass es das Programm Online Schule Saar gibt, aber hier ist derzeit noch nicht einmal jeder zehnte Schüler im Land angebunden (Rund 11.000 Schülerinnen und Schüler von insgesamt rund 125.000, davon rund 92.000 an allgemeinbildenden Schulen, nehmen teil). Gerade wenn Schulen wochenlang geschlossen bleiben müssen, sollte doch jedes Kind und jeder Jugendliche an jeder Schule online lernen können, und zwar nicht nur mit schriftlichen Materialien sondern auch mit direkter Ansprache durch die Lehrerinnen und Lehrer. Technisch ist das längst möglich, wenn es zuhause die entsprechende Infrastruktur (schnelles Internet, Geräte für jedes Kind, Rückzugsräume) gibt. Und gerade die Schülerinnen und Schüler mit größerem Förderbedarf fallen nach wochenlanger Schulpause noch weiter zurück. Natürlich kann ein flächendeckendes öffentliches Online-Lernen für alle nicht über Nacht aus dem Boden gestampft werden, aber für die Zukunft muss hier mehr passieren und mehr investiert werden.“

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