6. Juni 2018

Astrid Schramm: Ideenloser Umgang der Landesregierung mit der Industriekultur im Land

Als ideen- und konzeptlos bezeichnet DIE LINKE im Saarländischen Landtag den Umgang des Bildungsministers mit der Industriekultur im Land. „Sich völlig der schwarzen Null als eine Art Naturgewalt zu unterwerfen und nicht einmal mehr um zusätzliche öffentliche Mittel für den Erhalt, die Sanierung und die Präsentation bedeutender Zeugen der Industriegeschichte unseres Landes zu kämpfen, kann nicht Aufgabe eines Kulturministers sein. 50.000 Euro für die Industriekultur im Haushalt sind einfach viel zu wenig und führen dazu, dass industriegeschichtlich bedeutende Bauten nicht geschützt werden, teilweise verfallen oder, wie die Tagesanlage der Grube Warndt mit einem eigentlich hohen Denkmalwert, zum größten Teil abgerissen werden. Der Landesregierung fehlt ein inhaltliches Konzept ebenso wie eine Vorstellung davon, wie eine gezielte Erhaltung und Neunutzung der wichtigsten Bergbaudenkmale organisiert werden kann. Es reicht nicht aus, sich auf die alten ‚Premiumstandorte‘ zu konzentrieren – für die es auch keinen neuen Schwung gibt – und den Rest auf die bekanntlich hochverschuldeten Städte und Gemeinden abzuwälzen. Wie beim Denkmalschutzgesetz, über das nächste Woche im Landtag beraten wird, gilt: Ohne zusätzliche Mittel wird der Schutz des kulturellen Erbes nicht gelingen. Ideen wie die Route der Industriekultur, die die wichtigsten Standorte bis nach Lothringen und Luxemburg verbinden wollte, oder die Saarländische Bergbaustraße dümpeln vor sich hin. Dabei läge hier auch eine Chance für den Tourismus im Land. Hier reichen keine Kurzbeschreibungen einzelner Standorte im Internet aus, hier muss es eine sichtbare Beschilderung und nähere Erläuterungen zu den Standorten, ihre Vergangenheit und das industrielle Erbe geben, sowie eine entsprechende Bewerbung dieser Routen. Zielführend wäre ein Fonds des Landes etwa nach dem Vorbild der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur in Nordrhein-Westfalen, in die die RAG Gebäude und Anlagen sowie für die Anfangszeit Mitarbeiter einbrachte und die sich gemeinsam mit dem Land der Erhaltung von hochrangigen Industriedenkmalen widmet.“