11. April 2018

Astrid Schramm: Lange Wartezeiten für Psychotherapie sind nicht länger hinnehmbar

Dass Kassenpatienten im Saarland im Schnitt fast 24 Wochen auf einen Termin bei einem Psychotherapeuten warten müssen, so lange, wie in keinem anderen Bundesland, und die Wartezeit bundesweit seit 2011 nur leicht gesunken ist, ist für DIE LINKE im Saarländischen Landtag Folge einer verfehlten Gesundheitspolitik. Hier müsse dringend umgesteuert werden. Die gesundheitspolitische Sprecherin Astrid Schramm erklärt: „Jahrelang wurde behauptet, es gäbe zu viele Psychotherapeuten. Auch der ehemalige saarländische Gesundheitsminister Hecken soll bekanntlich 2013 als Vorsitzender des Gemeinsamen Bundesausschusses, der darüber entscheidet, welche medizinischen Leistungen von der Gesetzlichen Krankenkasse erstattet werden, gesagt haben, dass man halt nicht ‚neben jedem Bürger‘ einen Psychotherapeuten benötige und es manchmal auch eine Flasche Bier tue. Auch wenn dieser Satz so nicht gefallen sein sollte, zeigt er doch, welche Geisteshaltung bei den Verantwortlichen in Politik und Krankenkassen seit Jahren vorherrscht. Es geht vor allem darum, wenig Geld auszugeben und viel Profit zu machen, Gesundheit wird wie eine Ware behandelt. Damit muss Schluss sein. Auch Aktionen wie die ‚dringliche Überweisung‘ oder eine Vermittlung über Terminservicestellen helfen wenig, wenn es zu wenig Therapeuten gibt und die Bedarfsplanung hoffnungslos veraltet ist. Wer an einer psychischen Erkrankung leidet, braucht schnellstens Hilfe, das darf in einem der reichsten Länder der Welt kein Ding der Unmöglichkeit sein. Viele, die so lange auf einen Termin warten müssen, suchen daher zunächst einen Privattherapeuten auf und versuchten dann, die Kosten dafür von den Krankenkassen erstattet zu bekommen - aber Medienberichten zufolge wird inzwischen jeder zweite solche Antrag abgelehnt. Menschen mit einer psychischen Erkrankung dürfen nicht allein gelassen werden, hier könnte sich auch der neue Bundesgesundheitsminister endlich sinnvoll einbringen, statt ständig neue sinnlose und weitgehend kenntnisarme Debatten außerhalb seines Aufgabenbereichs anzustoßen.“