17. März 2021

Barbara Spaniol: Coronabedingte Lerndefizite gezielt ausgleichen - Sitzenbleiben verhindern - Linke fordert Klarheit für Unterricht nach den Osterferien

„Die durch den coronabedingten Unterrichtsausfall entstandenen Lerndefizite müssen so ausgeglichen werden, dass die Kinder und Jugendlichen nicht für eine Situation bestraft werden, für die sie nichts können, und Sitzenbleiben vermieden wird.“ Das fordert Barbara Spaniol, die bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Saarländischen Landtag mit Blick auf die neue Diskussion über die Versetzung leistungsschwacher Schülerinnen und Schüler. „Carsten Freels vom Kinderhaus Malstatt hat es in der Anhörung im Gesundheitsausschuss letzte Woche treffend dargestellt: 85 bis 90 Prozent der Schülerinnen und Schüler in Stadtvierteln wie Malstatt, Burbach, oder der Folsterhöhe in Saarbrücken, in denen besonders viele einkommensschwache Familien leben, haben nicht die notwendige technische Infrastruktur, um gleichberechtigt und problemlos am Online-Unterricht teilzunehmen. Da kann leider niemand überrascht sein, dass nach einem Jahr Pandemie und zwei langen Lockdowns gerade bei diesen Kindern und Jugendlichen erhebliche Defizite entstanden sind. Deshalb kann ‚Schulen auf und weiter so im Lehrplan‘ nicht die Antwort sein, sondern es braucht besondere Anstrengungen und neue Konzepte, wie hier Abhilfe geschaffen werden kann. Hilfreich wäre es, die Lernpläne bis ins Jahr 2023 anzupassen, mehr Förderstunden, Schulbegleiter und freiwillige Feriencamps zu schaffen und insgesamt die Kinder und Jugendlichen da abzuholen, wo sie derzeit stehen, wie es auch die Bildungsministerin vorgeschlagen hat. Eine reihenweise Nicht-Versetzung von Schülerinnen und Schülern, bei denen unser Bildungssystem im letzten Jahr viel versäumt hat, hilft dagegen niemandem. Es geht nicht darum, die Augen vor den Lerndefiziten zu verschließen und bei der Versetzung ‚pauschal durchzuwinken‘, sondern um die bestmögliche Hilfe für die Betroffenen an den Schulen.“ Spaniol wiederholt ihre Forderung nach einem stimmigen Unterrichtskonzept für die Zeit nach den Osterferien. „Dabei sollten Schülervertretungen, Schulleitungen, Lehrerverbände und die GEW möglichst schnell mit ins Boot genommen werden, da sie die Situation vor Ort am besten einschätzen können. Es muss jetzt klar werden, wer nach Ostern wie lange und in welcher Form wo unterrichtet wird und wie nun die dafür notwendigen Voraussetzungen geschaffen werden. Und es muss Schluss damit sein, dass Ministerpräsident und Bildungsministerin ständig  unterschiedliche Signale aussenden."

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