10. Dezember 2021

Astrid Schramm: Lockerungen ausschließlich für Geboosterte sind weder sinnvoll, noch gerecht, noch dienen sie der Eindämmung der Pandemie

Zu den von der saarländischen Landesregierung heute beschlossenen Lockerungen nur für Geboosterte erklärt die gesundheitspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Saarländischen Landtag Astrid Schramm: „Diese Entscheidung ist weder sinnvoll, noch gerecht, noch dient sie der Eindämmung der Pandemie. Menschen mit demselben Impfschutz – kürzlich zweifach Geimpfte und frisch dreifach Geimpfte (Geboosterte) – werden ungleich behandelt, obwohl sie einen ähnlichen Antikörper-Status haben. Menschen, die noch einen wirksamen Schutz aus den ersten beiden Impfungen haben, werden viel früher als notwendig und sinnvoll zu einer Booster-Impfung getrieben. Dabei empfiehlt die Ständige Impfkommission: ‚Die Auffrischimpfung soll in der Regel im Abstand von 6 Monaten zur letzten Impfstoffdosis der Grundimmunisierung erfolgen.‘ Wer sich auf dem Internetportal des Landes für eine Booster-Impfung im Saarland anmelden möchte, kann dies nur, wenn er bestätigt, ‚dass die Zweitimpfung vor mindestens 5 Monaten war‘. Wer nun auch Menschen, die erst vor einem, zwei oder drei Monaten die Zweitimpfung erhalten haben, zur Drittimpfung drängt, der muss dieser Logik folgend auch schon die Viertimpfung vorbereiten. Das freut vor allem die Impfstoff-Produzenten. Die besonders gefährdeten Älteren und Vorerkrankten werden nicht vorrangig behandelt, es gibt keine Priorisierung bei der Booster-Impfung und damit gilt das Recht der Schnelleren und Mobileren. Dass sich auch Geimpfte infizieren und das Virus an andere weitergeben können, wird ignoriert. Das alles mit der Omikron-Variante zu begründen, ist mutig, immerhin kann bis jetzt noch niemand genau sagen, ob und in welchem Ausmaß die Booster-Impfungen überhaupt bei dieser aggressiveren Variante anschlagen. Dass die Landesregierung derartige weitreichenden Regelungen wieder einmal am gewählten Parlament vorbei durchdrückt, obwohl CDU und SPD im Landtag ja eine eindeutige Mehrheit für einen entsprechenden Antrag hätten, ist enttäuschend, zumal das Verfassungsgericht schon im Sommer vergangenen Jahres bezogen auf die Kontaktnachverfolgung erklärt hat, dass der Landtag ‚in öffentlicher, transparenter Debatte das Für und Wider abzuwägen‘ habe. Das wäre auch bei den Sonderregelungen für Geboosterte notwendig.“

In Verbindung stehende Artikel: