6. November 2020

Oskar Lafontaine: Änderung der Corona-Testpraxis im Saarland notwendig

Oskar Lafontaine fordert die saarländische Landesregierung auf, den neuen Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts zu folgen und die Corona-Teststrategie zu ändern. „Das RKI hat bestätigt, dass es die Leistungsfähigkeit der Testzentren deutlich übersteigen würde, wenn im Herbst und Winter alle Personen mit Atemwegserkrankungen getestet werden, also auch diejenigen mit leichten Erkältungssymptomen wie Schnupfen oder leichten Halsschmerzen. Denn dafür wären in der Woche drei bis fünf Millionen Tests erforderlich. Daher sei es notwendig, die Tests auf bestimmte Zielgruppen zu konzentrieren. An erster Stelle nennt das RKI die Angehörigen der sogenannten Risikogruppen (Vorerkrankte und Ältere) und Patienten mit schweren Symptomen (z.B. Bronchitis, Störung des Geruchssinns). Genau das haben vor dem sogenannten 'Lockdown light' auch die Virologen Hendrik Streeck und Jonas Schmidt-Chanasit, sowie die Kassenärztliche Vereinigung vorgeschlagen. Leider wurde das von der Bundesregierung und der saarländischen Landesregierung abgelehnt.“ Lafontaine kritisiert außerdem, dass die Pflegekräfte der Homburger Uni-Klinik nach jetzigem Stand keine „Corona-Prämie“ des Bundes erhalten werden. „Die Krankenschwestern und Pfleger gehen zur Zeit bis an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit, um die Patienten gut zu versorgen. Deshalb haben alle Pflegekräfte eine Prämie verdient, unabhängig davon, in welchem Krankenhaus sie arbeiten. Und darüber hinaus bessere Löhne und Arbeitsbedingungen.“