22. Juni 2015

Oskar Lafontaine: Wirtschaftlichkeit darf nicht einziges Kriterium für den Schutz unseres kulturellen Erbes sein – Denkmalschutz-Gesetz muss überarbeitet werden

Oskar Lafontaine fordert die Landesregierung auf, einen Entwurf für ein neues Denkmalschutz-Gesetz vorzulegen. „Der Schutz von Denkmälern und Kultur spielt derzeit leider eine untergeordnete Rolle. Der Landesdenkmalrat hat Recht: Es darf nicht dabei bleiben, dass Denkmäler abgerissen werden können, wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse keinen Erhalt oder keine Sanierung zulassen. Das ist eine Unkultur. Auf diese Weise bringt sich ein Land um seine Kulturgüter. Der Erhalt von Baudenkmälern bringt selten Profit. Aber das darf auch nicht das einzige Kriterium sein. Denn sonst könnte man – da hat der Vorsitzende des Denkmalrats Recht – morgen auch die Ludwigskirche oder das Saarbrücker Schloss abreißen. Eigentum verpflichtet. Und wir sollten unserem kulturellen Erbe verpflichtet sein. Um dies zu gewährleisten, darf der Denkmalrat kein zahnloser Tiger bleiben. Eine Neufassung des Denkmalschutz-Gesetzes wurde bereits vor Jahren versprochen, passiert ist aber nichts.“

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