18. September 2015

Prof. Heinz Bierbaum: Landesregierung fehlt Konzept zur Förderung der Industriekultur

Die Linksfraktion im Saarländischen Landtag fordert eine stärkere und gezieltere Förderung der Industriekultur im Land. Der wirtschaftspolitische Sprecher Prof. Heinz Bierbaum erklärt: „CDU und SPD behandeln dieses Thema seit Jahren zu stiefmütterlich und unprofessionell. Wenn die Tourismuszentrale nun ein neues Heftchen über die Bergbaustraße auslegt, ist das nett, kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass diese Landesregierung kein Zukunftskonzept für die ehemaligen Industrie- und Bergbauflächen hat. Ein paar Dinos in Gondwana, eine vorübergehende ‚Erbe‘-Ausstellung und ein neues Albert-Weisgerber-Museum in der alten Baumwoll-Spinnerei in St. Ingbert sind nicht das Ende der Geschichte. Die Arbeitskammer hat zu Recht schon vor fünf Jahren bemängelt, dass eine ‚übergeordnete Instanz‘ fehlt, ‚die Einfluss nehmen kann auf alle Standorte der Industriekultur (vornehmlich über die Gewährung finanzieller Mittel)... Gleichzeitig ist die Rückkehr zu ressortübergreifender Planung und Finanzierung unumgänglich.‘ Kurz: Es fehlt eine Konzeption aus einem Guss, die sowohl einen lebendigen Umgang mit der Geschichte des Landes als auch neue Ansiedlungen in Industrie und im Dienstleistungssektor ermöglicht und fördert und damit den Strukturwandel aktiv angeht. Es fehlt zudem eine finanzielle Förderung und professionelle Vermarktung zukunftsweisender Projekte. Es wird Zeit, dass das Thema Chefsache wird und die Regierung auf Augenhöhe mit der RAG als Eigentümerin fast aller Bergbauflächen im Land verhandelt. Die Förderung der Industriekultur kann ein wichtiger Aspekt der Struktur- und Kulturpolitik sein – wenn man es richtig angeht.“