16. März 2018

Ralf Georgi: Inklusion ist wichtig, aber nicht zum Nulltarif zu haben

„Wir brauchen neben den bestehenden Förderschulen nicht noch weitere, sondern wir brauchen mehr Förderschullehrer an den Regelschulen, damit die Inklusion gelingt“, erklärt Ralf Georgi, der behindertenpolitische Sprecher der Linksfraktion im Saarländischen Landtag, nachdem auch der Leipziger Pädagogik-Professor Marc Willmann bei der Fachtagung „Sicherheit macht Schule“ erklärt hat, unter den derzeitigen Bedingungen werde das Schulsystem zwangsläufig zusammenbrechen und für eine erfolgreiche Inklusion gebe es „zu wenige Stellen und zu wenig externe Beratung“. „Es ist absolut richtig, Schülerinnen und Schüler mit und ohne Behinderung gemeinsam zu unterrichten, das ist eine Bereicherung für beide Seiten, wenn die Voraussetzungen stimmen“, so Georgi weiter. „Zum Nulltarif, also mit dem derzeitigen Personalstand, wird es aber kaum gelingen. Wenn beispielsweise an der Saarbrücker Gemeinschaftsschule Ludwigspark 15 Prozent der Schülerinnen und Schüler sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf hat, dann braucht es dort besonders kleine Klassen und mehr Fachpersonal. Zumal die Lehrerinnen und Lehrer mit weiteren Herausforderungen umgehen müssen. An der Ludwigspark-Schule beherrschen etwa darüber hinaus 28 Prozent die deutsche Sprache nicht oder kaum und 63,5 Prozent stammen aus einem einkommensschwachen Elternhaus, so dass sie vom Entgelt für die Schulbuchausleihe befreit sind. Mit diesen vielfältigen Herausforderungen darf man die Schulen nicht alleine lassen. Kinder und Jugendliche mit Behinderung haben ein Anrecht darauf, gemeinsam mit Nicht-Behinderten in einer Regelschule unterrichtet zu werden und wie alle Schülerinnen und Schüler sollten sie dabei die bestmöglichen Bedingungen haben.“