„Die Menschen vor dem veralteten AKW schützen“
Cattenom schnellstmöglich abzuschalten, ist für Dagmar Ensch-Engel, Landstagsabgeordnete der Linkspartei aus Beckingen, die einzige Alternative, die Menschen in der Grenzregion vor dem veralteteten Atomkraftwerk zu schützen. „Der teuerste Strom überhaupt ist der Atomstrom, er wird mit unserer Gesundheit und schlimmstenfalls mit dem Leben bezahlt“, lautet das Argument der umweltpolitischen Sprecherin der Linken-Fraktion. „Ich erwarte von Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich keine beschwichtigenden Worte, sondern dass sie die Resolution der Bürgermeister der Region unterstützt und Engagement zeigt, wenn es um die Forderung geht, Cattenom abzuschalten.“
Ensch-Engel: „Die Linke im Kreis ist der Meinung, dass es an der Zeit ist, die Risiken, die von dem veralteten AKW an der Grenze ausgehen, zu erkennen und Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung in unserem Landkreis zu ergreifen“, fordert sie. Der Kreisparteichef der Linken, Elmar Seiwert, ergänzt: „Ich verlange, dass feste Messstellen an der Grenze installiert werden, die die Strahlenbelastung während des Normalbetriebs, besonders aber bei den zahlreichen Störfällen,
aufzeichnen und eine lückenlose Information der Politik und der Anwohner im Grenzgebiet.“ Damit reagiert er auf die Aussage von Cattenoms AKW-Direktor Stéphane Dupré-la-Tour. Dieser hatte in einem Interview mit dem SWR bestätigt, dass das AKW, wie geplant, 60 Jahre am Netz bleiben solle und dass weitergehende Sicherheitsmaßnahmen nicht vorgesehen seien. So fordert die Linke die Landrätin auf, bei der Landes- und Bundesregierung zu intervenieren, um die Sicherheitsinteressen des Landkreises und der Großregion stärker in den Vordergrund zu stellen.
„Wir fordern ein klares Bekenntnis der Landesregierung gegen die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke, was bis jetzt leider nicht der Fall ist“, sagt die Landtagsabgeordnete Ensch-Engel und kündigt an, dass für ihre Partei am kommenden Mittwoch einen entsprechenden Beschlussantrag im Plenum einbringen. „Wir erwarten die Unterstützung aller Fraktionen.
Quelle: Saarbrücker Zeitung – Freitag 18. März 2011